Verteidigung der Stadt 1809

Vom 20. Oktober bis 28. November 1806 schon hatte die Stadt schwer unter der Einquartierung der auf Berlin zu marschieren französischen Truppen zu leiden.
Am 1. Mai 1809 erschien Major Schill mit seinem Streifkorps vor den Mauern Wittenbergs.
Offenbar hatte er es auf die in der Stadt befindliche Kriegskasse abgesehen.
Im Verein mit der damals nur schwachen Besatzung schlossen Schützen und Grenadiere die Tore und besezten die Wälle, so daß Schill und seine kühne Schar unverrichteter Dinge wegen weiterziehen mußte.
Für diese patriotische Tat sprach der König von Sachsen einem unter dem 3. Juni 1809 an den Rat der Stadt Wittenberg gerichteten Handschreiben seinen Dank aus.
Es heißt u. a. darin
„Es kann der Bürgerschaft gar nicht zugemutet werden, gegen Feind zu kämpfen und zu fechten; da aber bei der Annäherung ein fremden Militär-Trupps die Bürgerschaft, und insbesondere Schützen und Grenadier-Compagnien, auf die von Seiten des Militärs an sie ergangene Aufforderung, da die Besatzung zu schwach war zur Verteidigung der Stadt den tätigsten Beistand geleistet, und durch Bereitwilligkeit und Eifer, übernommene Beschwerden und Dienste zur Vereitelung der Absichten jenes feindlichen Corps wesentlich beigetragen hat, so ist der von der Bürgerschaft durch geleisteten Widerstand gegen fremde Gewalt bei dieser Gelegenheit dargelegte patriotischeSinn, sowie die bei den der Königlichen Kasse damals drohenden Gefahren bewiesene Treue und Anhänglichkeit von Uns mit gnädigst Wohlgefallen bemerkt worden.“ 

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