V. Denkmäler, Anlagen

Die Luthereiche
am Elstertore bezeichnet ungefähr die Stelle, an welcher Luther am 10. Dezember 1520 die päpstliche Bannbulle verbrannte.
Der Baum wurde am 25. Juni 1830 gepflanzt; die ältere Eiche war 1813 durch die französische Besatzung gefällt worden.
Gegenüber die Sedaneiche, gepflanzt am 2. September 1895 zur Erinnerung an die Schlacht bei Sedan.

Wittenberger Artillerie-Kaserne

– Das Lutherdenkmal und das
Melanchthondenkmal auf dem Marktplatze.
Das Lutherdenkmal wurde aus gesammelten Beiträgen errichtet. Das Modell des Denkmals stammt von Schadow, der Entwurf zum Baldachin von Schinkel.
Die Grundsteinlegung geschah am 1. November 1817 in Gegenwart König Friedrich Wilhelms III., die Enthüllung am 31. Oktober 1821. Die Kosten des Denkmalbaues betrugen 34.500 Taler.
Das Melanchthondenkmal
gleicht in seiner Ausführung dem Lutherdenkmal.
Es wurde von Professor Friedrich Drake in Berlin modelliert.
Die Grundsteinlegung zum Denkmal, das aus Beiträgen der Evangelischen innerhalb und außerhalb Deutschlands errichtet wurde, erfolgte am 19. April 1860, die Enthüllung am 31. Oktober 1865  in Gegenwart König Wilhelms.
Die Bausumme belief sich auf 24.000 Taler.
– Das Bugenhagendenkmal
vor dem nördlichen Portale der Pfarrkirche wurde am 24. Juni 1894 enthüllt.
Die Bronzebüste Bugenhagens ist von Janensch-Berlin modelliert.
– Das Kaiser-Friedrich-Denkmal
gegenüber der Thesentür der Schloßkirche wurde mit einem Kostenaufwande von 16.363 Mark aus gesammelten Beiträgen errichtet.
Um die Errichtung hat sich der eigens zu diesem Zweck gegründete Verein „Kornblume und Veilchen“ besonders verdient gemacht.
Die Grundsteinlegung geschah gelegentlich der Feier des 600 jährigen Stadtjubiläums, am 28. Juni 1893, die Denkmalsweihe am 31. Oktober 1894.
Entworfen und modelliert ist das Denkmal von Bildhauer Arnold-Berlin.

Wittenberger Schloßkaserne

Wittenberg besitzt ausgedehnte prächtige Anlagen, die auf dem ehemaligen Festungsgelände geschaffen worden sind.
Der schönste Teil derselben befindet sich zwischen dem Schloßtore und dem Anfang der Lindenstraße.
In diesen Anlagen:
– der Batteriestein zum Andenken an die hier bei der Beschießung Wittenbergs im Januar 1814 erbaute preußische Breschbatterie
das Entfestigungsdenkmal mit der Inschrift:

„Kaiser Wilhelm 1., der Große, befahl am 30. Mai 1873
Wittenberg zu entfestigen“.

– das Eunike-Denkmal eine monumentale Ruhebank aus poliertem Granit.
Die erhöhte Rückwand trägt das Medaillonbild des Stadtrats Major a. D. Fritz Eunike, unter dessen Leitung diese Anlagen geschaffen wurden.


In der Nähe des großen Springbrunnens
– das Kriegerdenkmal zu Ehren der in den Kriegen 1864, 1866 und 1870/71 gefallenen Krieger aus der Stadt Wittenberg.
Das Denkmal wurde von Schober-Halle entworfen und ausgeführt. Der Grundstein wurde am 18. April 1879 gelegt, die Enthüllung geschah am 29. Juni 1879.
In den Anlagen am Schwanenteiche ein
– Gedenkstein zu Ehren des Musketiers Steinert aus Herzberg, der am 9. Dezember 1883 hier ertrank, als er vier Kinder, die auf dem Eise des Schwanenteiches eingebrochen waren, retten wollte.
In den Anlagen am Augusteum ist ein
– Gedenkstein für die in den Kämpfen in China und Südwestafrika Gefallenen errichtet worden, der am 23. April d. J. eingeweiht wurde.

Wittenberger Fridericianum-Kaserne
Wittenberger Fridericianum-Kaserne

Auf dem alten Friedhofe rechts der Dresdenerstraße befindet sich neben der Eingangstür in der Mauer – der Grabstein von Luthers Tochter Elisabeth (gest. am 3. August 1528)
– von Melanchthons Enkelin Magdalene Peucer (gest. am 4. September 1566).
Auf dem älteren Teile des gegenüberliegenden Friedhofs steht an der Mauer das
Grabdenkmal des Postmeisters Zimmermann (gest. am 16. August 1734).
Seine zweite Frau vergiftete seine aus der ersten Ehe stammenden sieben Kinder.
Zur Strafe hierfür wurde die unmenschliche Stiefmutter vor dem Rathause hingerichtet, nachdem man ihr vorher die rechte Hand abgehauen hatte.
Der unglückliche Mann vermachte sein Vermögen der Stadt Wittenberg zu wohltätigen Zwecken. („Zimmermannsche Stiftung.“)

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