Neue Schützenkompagnie

An dieser Stelle wollen wir noch einer weiteren Schützenvereinigung gedenken:
Im Jahre 1676 traten mehrere engbefreundete Männer zusammen und gründeten die sogenannte „Neue Schützen-Compagnie“ mit eigenen Statuten und eigenem Oberhaupt.
In den am 4. April 1680 beschlossenen „Pacta Conventa“ wird bestimmt:
„Es soll ein jeder Schütze, so sich der Compagnie einverleibet, verbunden seyn, wann ihm die Ordnung trifft, ein Schießen auszurichten.“
Nach den in dem sogenannten „Schützenbuch“ vorhandenen Aufzeichnungen scheint die Kompagnie ihre Mitglieder vorwiegend aus den wohlhabenden und insbesondere aus den akademischen Kreisen der Stadt genommen zu haben.
Jedenfalls fehlte es der Vereinigung trotz ihrer geringen Mitgliederzahl nicht an Humor, was aus den Schieß-Vorteilen und Preisen hervorgeht.
So heißt es in dem schon genannten „Schützenbuch“:
„Den 20. May 1680 hat Johann Stempel der Löbl. Schützen-Gesellschaft ein Schützen ausgerichtet, welches Eilff großmüthige Schützen beschoßen.
Darbey spendiret:
–   I. Zum Vorthel: Ein Silberstück mit 4 Gesichtern gepräget.
–  II. Zum Königsschuß: Ein geschnitten Glaaß voll vin de Luca.
– III. Zu Zweckschüßen: 24 Stangen spanisch Lack.
– IV. Zu Weitschüßen: Prophetenkuchen.
–   V. Zum Ritterschuße: Ein Cristalline Muschel und Schnuptobacksbüchßgen in form eines alten Weibes.
Die Gesellschaft scheint nicht lange bestanden zu haben; bereits mit dem Jahre 1685 hören die Nachrichten über sie auf.

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