Leopold Wilhelm von Dobschütz – der Retter Wittenbergs

Der Name des Grafen Tauentzien als des Befreiers Wittenbergs vom Joch der Franzosen 1814 ist länger als ein Jahrhundert mit der Lutherstadt und fast 30 Jahre mit dem 20. Infanterie-Regiment verbunden gewesen, dessen Stammtruppe, das. 8. Preußische Reserve Regiment Wittenberg am 13. Januar 1814 mit erstürmte.
Der Graf hatte das Glück, als Kommandierender General des 4. Armeekorps die Sturmtruppen unter seinem Oberbefehl zu haben und den Sturm anzuordnen; das Hauptverdienst an der Befreiung der Elbfestung aber fällt nicht ihm zu – er hatte sein Hauptquartier in Coswig, später in Piesteritz und ist, soweit wir wissen, nicht ein einziges Mal in einem Laufgraben der Belagerer gewesen -, sondern seinem Untergeneral, dem damaligen Generalmajor Leopold Wilhelm von Dobschütz.
Es ist an der Zeit, das Verdienst und die Bedeutung dieses Mannes, der auch als Mensch schlechthin die größte Hochachtung verdient und genossen hat, klar herauszustellen.

Leopold Wilhelm von Dobschütz wurde am 1. Januar 1763  auf Gut Zölling, Kreis Freystadt, zuvor Kreis Sagan, (Niederschlesien) geboren.
Der Vater war „Civilstaatsdiener“ in Brieg; aber es gibt zwei Orte des Namens Brieg in Schlesien, die hinlänglich bekannte Stadt, in deren Kirchenbuch sich eine bezgl. Geburts- oder Laufeintragung nicht findet, und ein Dorf im Kreise Glogau.
Auch der Titel „Civilstaatsdiener“ ist bisher ungeklärt.
Die Mutter war eine geborene, von Dobschütz.
Bis zu seinem 15. Lebensjahr wurde der Knabe im Elternhause erzogen, dann trat er 1777 als Fähnrich in das Dragoner-Regiment v. Mitzlaff (später v. Krafft) ein.
Er blieb der Reiterei treu und hat es bis zum General der Kavallerie gebracht.
Als Fähnrich machte er noch den letzten Krieg Friedrichs des Großen, den bayrischen Erbfolgekrieg (1778/79) mit und wurde dann in das Dragoner Regiment von Voß nach Sagan versetzt, das damals in drei Garnisonen Grünberg, Sprottau und Sagan lag.
1786 ist er Secondelieutenant und hat sich bei der Einzugsfeier des Regierenden Herzogs von Kurland und Sagan als Theaterregisseur und Schauspieler bewährt, es heißt nämlich im Juliheft der Schlesischen Provinzblätter von 1786:
„Gegen 6 Uhr wurden auf dem Schultheater im Schloß von den Herren Offiziers die Drillinge aufgeführt.
Herr Lieutenant von Dobschütz dirigierte das Ganze und spielte die Hauptrolle mit vielem Beyfall.
Se. Durchlaucht beehrten ihn mit einer goldnen Medaille, 12 Dukaten schwer.“
Zwei Jahre später, am 3. Januar 1788, verheiratete sich der junge Offizier in „Zöl ling bey Freystadt als Lieutenant bey Bosse (gemeint ist: im Regiment von Voß) mit Fräulein Sophie Elisabeth Henriette von Braun auf Zölling und Girbichsdorf aus dem Hause Zölling“, der ältesten Tochter des verst. Hans Karl Christian von Braun auf Zölling und Girbichsdorf und der Marie Sophie von Lewald. Die Ehe war glücklich, aber Kinderſegen war dem Ehepaar versagt, daher adop tierte Dobschütz später seinen Neffen, Viktor von Lützow, der aber als kleiner Potsdamer Kadett auf Urlaub am 18. August 1831 am Stickfluß“ [tarb.

1790 wird Dobschütz Premierlieutenant und macht als Solcher im ersten Koalitionskrieg (1792/97) die siegreichen Gefechte bei Birmasens und Kaiserslautern mit; er muß sich sehr bewährt haben, denn noch jung wurde er 1793 Kapitän, 1794 schon Major. Aus dem Feldzuge heim-gekehrt, erwirbt der Major im Juni 1798 das Schlesische Inkolat“, nachdem während des Krieges 1796 im Fren städtischen die verwitwete Frau von Braun auf Scheibau und deren Schwester, die verehelicht gewesene Frau Lieutes nant von Salisa), Zölling an die Tochter der Frau v. Braun: