IV. Bemerkenswerte Gebäude, Bibliotheken, Luthermuseum

Lutherhaus und Augusteum.
Das Lutherhaus wurde im Jahre 1502 von Friedrich dem Weisen als Augustinerkloster erbaut.
1508 zog Luther als Mönch in dieses ein.
Als infolge der Reformation sämtliche Mönche das Kloster verließen, schenkte es der Kurfürst Luther als Eigentum.
Luthers Erben verkauften das Haus an die Universität

Lutherstraße
Lutherstraße

Nach deren Aufhebung geriet es in Verfall.
König Friedrich Wilhelm IV. ließ es bis zum Jahre 1873 in seiner jetzigen Gestalt wiederherstellen. Im ersten Stockwerk befindet sich die Lutherstube (Luthers Familienzimmer), welche in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten ist.
Daran schließt sich die Lutherhalle (Luthermuseum), die am 13. September 1883 durch Kronprinz Friedrich Wilhelm, den späteren Kaiser Friedrich, eröffnet wurde.
Die Räume enthalten neben Gemälden von Lukas Kranach u. a. eine reiche Sammlung von Schriften und wertvollen Gegenständen, die sich auf Luther, berühmte Zeitgenossen und die Reformation beziehen.
Besichtigungszeit im Sommer 8 bis 6 Uhr, im Winter 9 bis 5 Uhr, mit Ausnahme der Mittagspause 1 bis 2 Uhr.
Eintrittsgeld pro Person 25 Pfg. (und heute 😠)
Vor dem Lutherhaus das Augusteum.
Es wurde von 1564 bis 1583 von Kurfürst August zu Universitätszwecken erbaut.
Seit 1817 befindet sich darin das Königliche Predigerseminar.
Im Erdgeschoß links ist die reichhaltige Bibliothek untergebracht, die auch viele wertvolle Werke aus der Universitätszeit enthält.
Das Melanchthonhaus wurde von Melanchton bis zu seinem am 19. April 1560 erfolgten Tode bewohnt.
Das Haus hat seinen ursprünglichen Charakter ziemlich treu bewahrt.
Es enthält mancherlei Sehenswertes, u. a. im ersten Stockwerk das restaurierte Studier- und Sterbezimmer Melanchthons.
Das Haus ist Eigentum des Königlichen Predigerseminars und der Besichtigung geöffnet.

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Daneben die Fridericianum-Kaserne, erbaut 1840.
An ihrer Stelle stand das ehemalige Universitätsgebäude (Collegium Fridericianum).
Das Hamlethaus, jetzt Geschäftshaus der Gebrüder Hirschfeld.
In ihm soll der Sage nach Prinz Hamlet von Dänemark während seiner Studien an der Universität Wittenberg gewohnt haben.
Die Sage entbehrt jeder Begründung. Sämtliche bisher genannten Gebäude befinden sich in der Collegienstraße.
Das Rathaus an der Nordseite des Marktplatzes wurde bis zum Jahre 1573 erbaut und im Jahre 1768 erneuert.
Über dem Haupteingang befindet sich ein reichgegliederter Balkon mit reichem figürlichen Schmuck.
Vor dem Portale des Rathauses bezeichnen vier weiße quadratische Steine die Stelle, auf der ehemals das Schafott stand.
Im Stadtverordneten-Sitzungssaal und im Magistrats-Sitzungszimmer befinden sich einige sehenswerte Bilder
(Luther Melanchthon, sächsische Fürsten usw.).
Das städtische Archiv enthält neben wertvollen Urkunden eine kleine Sammlung von Sehenswürdigkeiten.

Wittenberger Bahnhof

Das Bugenhagenhaus,
die jetzige Superintendentur, an der östlichen Seite des Kirchplatzes, wurde von Luthers Mitarbeiter, dem Generalsuperintendenten des Kurkreises Dr. Johannes Bugenhagen, bis zu seinem am 20. April 1558 erfolgten Tode bewohnt.
Das Kranach-Haus,
die jetzige Adlerapotheke, links am Eingang in die Schloßstraße, befand sich im Besitz des berühmten Malers der Reformation, Lukas Kranach, der auch von 1535 bis 1544 Bürgermeister von Wittenberg war.
(geb. 1472 zu Kronach in Franken, gestorben 1553 in Weimar.)
Im Hofe am Treppenturm befindet sich eine Sandsteinskulptur,
„der Fahnenritter“, die, wie jetzt feststeht, Kurfürst Friedrich den Großmütigen darstellt.
Im Hause Schloßstraße Nr. 10,
dem früheren Gasthof „Zur goldenen Kugel“, wurde der berühmte Physiker Wilhelm Eduard Weber, der Erfinder des elektrischen Telegraphen, am 24. Oktober 1804 geboren.

Neben der Schloßkirche das ehemalige kurfürstliche Schloß, welches Friedrich der Weise gleichzeitig mit der Schloßkirche von 1493 bis 1499 erbauen und durch namhafte Künstler (u. a. Albrecht Dürer von Nürnberg) ausschmücken ließ.
Es brannte bei der Beschießung 1760 völlig aus und dient jetzt als Infanteriekaserne.
Das Amtsgerichtsgebäude
vor dem Schloßtore, ein sehr stilvolles Gebäude, das sich dem historischen Gesamtbilde der Lutherstadt glücklich einfügt, wurde von 1907 bis 1909 erbaut und am 4. Dezember 1909 seiner Bestimmung übergeben.
An seiner Nordseite befindet sich das gleichzeitig erbaute Amtsgerichtsgefängnis.

Kavalier-Kaserne – Wittenberg

Im Hotel „Zur goldenen Weintraube“ am Markt wohnte Kaiser Wilhelm I. als Prinz, als er am 8. Juni 1829 seine Braut, die Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar, hier einholte.

Die Kavalierkaserne
an der Ecke der Berliner Straße und Lutherstraße, ein umfangreicher hübscher Bau, der auf dem Gelände der ehemaligen Kavalierschanze („hoher Kavalier“) 1882 errichtet wurde, beherbergt einen Teil des Infanterieregiments Nr. 20.
Das Kreishaus
an der Lindenstraße wurde mit einem Kostenaufwande von 150.000 Mk. im Jahre 1880 erbaut.
Das Logengebäude
(Loge „Zum treuen Verein“) an der Berliner Straße.
Im Volksschulgebäude in der Jüdenstraße befindet sich die reichhaltige Volksbibliothek, eine Stiftung des Rentiers Gast.

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