Von Wittenberg bis Jüterbog,
von Belzig bis nach Seyda,
im Ländchen ohne Bach und Berg,
da wohnen gute Leute.
Das ist der alte Flämingsstamm;
die Wüstenei zu bessern,
rief ihn Fürst Albrecht einst beisamm“,
auch dürres Land zu wässern.
Sie kamen aus der Ferne her
ins Land des Sands, der Sands, der Fichten,
vom großen und gefräßgem Meer,
des Kreuz hier aufzurichten.
Noch stehn die alten Kirchen fest,
von Findlingsstein gefüget,
zum Zeichen, daß der Christengott
den „Jutrebog“ besieget.
Noch sind die alten Brunnen da,
die ihre Väter bauten,
noch rauscht der Quell des Gottesworts,
den sie seit Luther schauten.
Noch sind die Teiche alle da,
die sie mit Fleiß gegraben,
daß in der dürren Zeiten Lauf
sich auch die Tiere laben.
Noch gibt der alte Boden her
des Segens goldne Fülle:
„an Brunnen arm, doch reich an Korn“,
wie’s war des Schöpfers Wille.
Noch klingts in Kirche, Schul und Haus
und auf den Gassen wieder;
es sind von alters her vererbt
die alten trauten Lieder.
Noch gilt der Glaube und das Wort
und Redlichkeit und Treue,
und Zucht und Fleiß und Sparsamkeit
bewähren sich aufs neue.
Sie sind nun fast 800 Jahr
bei ihrem Platt geblieben,
wenn auch, was ihre Zunge spricht,
aus hochdeutsch wird geschrieben.
Halt fest, mein Volk, an deiner Art
und deinen alten Sitten,
dann bist du auch für alle Zeit
bei jedem gut gelitten.
Wilhelm Schröter
Quelle: Unser Heimatland vom 22.09.1934
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