Wendische Flurnamen finden wir nachstehend in:
– Kalischpfuhl (Külso),
– Kaupen (Külso, Raßdorf, Berkau, Dietrichsdorf) = Erhöhungen,
– Zirschen (Külso),
– Selpen (Apollensdorf),
– Grusigk (Berkau),
– Kuntsch, Kuntschken (Berkau, Gallin)= Kiefernberge,
– Kritzing (Berkau),
– Trunitz (Bleesern),
– Borniken, Dornichen (Dabrun, Dobien),
– Mochschen (Dietrichsdorf) = Moos,
– Nosten, Prosken (Dietrichsdorf, Gielsdorf),
– Siensken (Dietrichsdorf, Elster),
– Löbiche (Dobien),
– Aunen, Naucken (Elster, Listerfehrda),
– Buhmig, Buhnig, Punig, Bohnitz (Dietrichsdorf, Listerfehrda, Prühlitz, Külso),
– Quarksäcke (Kropstädt, Grabo) = geronnene Milch,
– Lubbestücke, Lübbegasse (Gielsdorf, Elster) = Liebe,
– Schliddern (Elster) = Glanz,
– Zoge (Elster, Iserbegka) = wend. Name,
– Trebbig (Eutzsch),
– Trotzschten (Gielsdorf),
– Ogkeln (Globig),
– Wörblitzen, Würblitzen (Globig, Wartenburg).
– Moynhainichte (Wartenburg) Eigenhainichte,
– Carnipp (Zahna) = Fischerhütte,
– Kratzschken (Iserbegka, Külso, Prühlitz) = kurze Stücke,
– Brechsken, Brieste (Selbig, Pratau) = Birken,
– Dubersche (Trajuhn) = Eiche,
– Wudicken (Trajuhn),
– Zemnick (Iserbegka, Kurzlipdorf, Leetza, Raßdorf, Zalmsdorf) = Landeszugehöriger,
– Wergis (Klebitz) = Quelle,
– Klinschken (Listerfehrda) = Quellwiesen,
– Kotzfeld (Seegrehna) =Ziegenfeld,
– Zierschen, Zierecken (Külso, Prühlitz),
– Brude, Babetz (Listerfehrda) = Überfahrt,
– Mutschken, Muschken (Labetz, Mochau) = dicht am Dorf,
– Achsten (Listerfehrda)
– Dobritzken (Listerfehrda) = Talstücke,
– Schaspeln (Listerfehrda)
– Rubig (Listerfehrda),
– Körbitz (Marzahna),
– Pielken (Mochau)
– Pietzker, (Pratau),
– Dusigken, (Prühlitz),
– Pretzela, (Rackith)
– Lewitza (Seegrehna),
– Lug (in allen Fluren längs des Elbebettes vertreten) = Grassumpf,
Wenige Jahre nach 800 begann unter Führung Karls des Großen ein Feldzug gegen alles was heidnisch und wendisch war.
Stete Kämpfe, die unter Ludwig dem Deutschen fortgesetzt wurden und bis in die Zeit Heinrichs I. (919-936) hineinwährten, zermürbten die sorbische Bevölkerung in unserer Heimat.
Schon Ludwig der Deutsche errichtete zur Einzwängung der Sorben verschiedentlich Marken.
Heinrich I. vollendete dieses Werk in seinen ,„Sorben-Marken“, durch welche er die meisten Sorbenstämme unterjochte und sie sogar zum Bau von Schutzwällen (Burgwälle) und Gräben zwang.
Im Verein mit den deutschen Ansiedlern, die von den Fürsten herangezogen wurden, bauten sie feste Stützpunkte in unserer Heimat.
In jener Zeit sind die in unserer näheren Umgebung festgestellten „Burgwarte“ Zahna, Wittenberg, Wartenburg, Dobien und Elster zu verlegen. (Wartenburg-Gartenberg, Elster- Alstermunde).
Der Nachfolger Heinrichs I. Otto I. förderte dieses Werk durch Gründung von Bistümern, die dem damaligen Staatengefüge den ganzen Halt verliehen.
Wohl an 300 Jahre dauerte der Kampf zwischen Germanen und Wenden in unserer Heimat.
Er endete mit der fast vollkommenen Vertreibung der letzteren. Diejenigen Sorben, die sich dem Willen der Sieger fügten, fanden in ihren Carnipps (Zahna) ein bescheidenes Unterkommen.
Erst Jahrhunderte später, etwa vom Jahre 1350 ab, erhielten einzelne von ihnen das Recht „Bürger“ eines Gemeindewesens zu werden.
Der von Otto I. eingesetzte Markgraf Gero teilte die ihm unterstellte Mark in „Gaue“ ein.
Er begann ein Kolonisationswerk, welches seine Nachfolger tatkräftig fortsetzten.
Es kamen Germanen aus Sachsen, Westfalen und Flamland, die erste vereinzelt, dann aber überwiegend von unserer Heimat Besitz ergriffen. – Nunmehr beginnt die Blüte unserer Flurnamengebung. Der Grundherr, ebenso auch dessen Lehns- oder Burgmann, verteilte das Land hufenweise unter die eingewanderten Bauern. (Unter einer Hufe“ verstand man früher ein Stück Land, welches im Laufe eines Tages bestellt werden konnte; heute verstehen wir wenigstens 30 bis 50 Morgen Land darunter).
Die Flurnamen,
– Hufen, Streithufen, Hoefe, Hoefte, Hobe (Danna, Elster, Euper, Eutzsch, Zahna, Selbitz u. a.) stammen aus dieser Landesverteilung. Der germanische Landmann pflügte seine Furchen gerade und eine neben der anderen; der sorbische dagegen riß mit seinem hölzernen Radpflug den Acker kreuz und quer auf und zwar da, wo es für ihn am leichtesten war.
Es bildeten sich auf diese Art recht unregelmäßige Plätze.
Wir haben damit die so oft in unserer Heimat vorkommende Bezeichnung – wohl jeder Ort hat sie – Klothen oder Klöschen.
Der ebenfalls fast in jeder unserer Heimatfluren erscheinende Name Gehren, ist unter ähnlichen Voraussetzungen entstanden.
Er bezeichnet ein „spitzes“ oder ,,teilförmiges“ Flurstück.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich den dritten, ebenso oft vorkommende Flurnamen Maathen oder Maaßen erwähnen, unter welchen man ein Stück Land von genau „abgemessener“ Ausdehnung verstand.
Auch die Kabeln sind gleichmäßig abgeteilte Flurstücke.
In eigenartiger aber doch verständlicher Form hat man fast in jeder Flur erscheinende gute Landstriche bezeichnet, man nannte sie
– Voerthe, Worthe, Werder.
Worth bedeutet Insel.
Da es schließlich in Zahna oder in den Flämingsdörfern keine „Inseln“ gegeben haben kann, so ist dort der Flurname Worth so zu verstehen, daß sich das gute Land „inselförmig“ aus dem schlechteren Boden heraushebt.
Wie ich schon eingangs meiner Abhandlung erwähnte, sind die meisten unserer Flurnamen in der Zeit entstanden, als der Germane von den ehemals wendischen Fluren Besitz nahm.
Das ist etwa der Zeitraum von 900 bis 1400.
Daß viele unserer Flurnamen aus den Sitten, Gebräuchen und Gewohnheiten, aus den täglichen Verrichtungen, aus dem Glauben heraus und aus dem Kampf um das tägliche Brot entstanden sind, ist auch schon dargetan.
Meine Aufgabe soll es nun noch sein, diese Flurnamen auch anzuführen.
Da die überwiegende Mehrzahl in ländlichem Grund und Boden zu suchen ist, beginne ich mit den Bewohnern des Dorfes, vom Landwirt.
Zur Erhaltung seiner Existens benötigte der Landwirt unbedingt das Vieh.
Es ist daher recht natürlich, wenn er seinem Acker Namen gab, die mit dem Vieh in Verbindung zu bringen sind.
Wir haben in unserm Kreise
– Bullenwiesen (fast jede Gemeinde).
– Hainichten, Nachthutung und Hutung (fast jede Gemeinde),
– Koppelfelder (Gielsdorf, Listerfehrda),
– Heuweg (Apollensdorf. Iserbegka),
– Kuhmaasen, (Apollensdorf, Klebitz),
– Kälberhainichte (Eutzsch),
– Kälberkuhl (Euper),
– Saukolk (Apollensdorf),
– Sauwinkel (Pratau, Danna, Dobien, Klitzschena, Kurzlipsdorf),
– grobe Sau (Melzwig, Wartenburg),
– Schweinsmaststücken (Pannigkau),
– Hammelberge (Trajuhn),
– Ziegenbreite (Trajuhn),
– Lämmerhainichte (Danna),
– Ochsenpfuhlstücken (Eutzsch),
– Schafwäschen (fast in jeder Gemeinde),
– Hengsthainichte (fast in jeder Gemeinde),
– Bienenhucke (Dabrun),
– Gänsegraben, Gänseweide, Gänsemaathen, Gänsehornwiesen, Gänseberg, Gänsetrog, Gänsewinkel (Dabrun, Dietrichsdorf, Edmannsdorf, Elster, Mochau, Rahnsdorf. Teuchel),
– Taubengraben (Prühlitz), und gar
– eine Gelbrinderhutung (Wartenburg).
Namen, die auf die Verrichtungen des Landwirts zurückzufuhren sind, finden wir im
– Jährling (Apollensdorf),
– Fünfwurtigen (Edmannsdorf, Marzahna),
– Fünfruthen (Selbitz),
– Zweischwad (Elster, Irserbegka),
– Zweiruthen (Gallun),
– Dreiruthen (Gallun, Hohndorf),
– Dreiwürfigen (Jahmo, Marzahna),
– Viertelchen (Eutzsch),
– Vierruthen (Hohndorf),
– Vierschwad (Iserbegka, Piesteritz),
– Sechswürfigen (Marzahna),
– Sechsjährigen (Wergzahna),
– Siebenwürden (Kropstädt),
– Siebstücken (in vielen Fluren),
– Achtschwad (Iserbegka),
– Wechselwiesen (Gallin, Iserbegka, Pratau),
– Eggepfuhl (Globig).
– Schwemmpfuhl (Teuchel).
– Backofenstücken (Teuchel),
– Mäheanger (Melzwig),
– Hackstücken (Straach).
Auch die Beschaffenheit des Bodens führte der Landmann in seinen Flurbezeichnungen:
– Kohlhackestücken (Berkau),
– Krautgärten (Dobien, Euper, Eutzsch, Jahmo),
– Kohlgarten (Listerfehrda),
– Pflanzgarten (Piesteritz),
– Steinbreiten (Bleesern u. a.).
– Sandbreiten, Randenden (Bleesern u. a.),
– Moderwiesen (Braunsdorf),
– Unbergstücken (Braunsdorf),
– Sauergrund (Danna),
– Langerötenbusch (Dobien),
– rote Land (Euper, Piesteritz),
– schwarze Land (Braunsdorf, Eutzsch),
– weiße Morgen (Leetza),
– kalte Land (Leetza),
– Metzenklothe (Euper),
– Sumpfschmalen (Euper),
– Speckstücken (Eutzsch).
– schmucken Grunde (Gielsdorf),
– Dreischfeld (Klitzschena u. a.).
– Ställichen und Drausgärten (Piesteritz, Melzwig).
– Schönefleck (Rahndorf),
– Freifelder (Piesteritz, Schmilkendorf),
– Zippel, (Weddin),
– Auszugsacker (Schmögelsdorf),
– Buttersteinstücken (Teuchel),
– Mittagswiesen und Mägdegrund (Teuchel).
Mit den Namen der Früchte, die gut auf seinem Boden gediehen, bezeichnete der Landmann seine Fluren:
– Hirseberge, Hirsegrund, Hirsestücken, Hirsebreite (Rahnsdorf, Dabrun, Braunsdorf, Berkau),
– Haferberge, Haferland, Haferlandsklothen (Piesteritz, Berkau ua),
– Rübeländer, Rübestücken (Straach, Iserbegka, Klitzschena, Külso),
– Rapsstücken (Rahnsdorf),
– Grasenden, Grasgärten (Euper, Leetza),
– Schilfkabeln (Eutzsch),
– Queckeacker (Gielsdorf),
– Windgrafen (Klitzschena),
– Sichewiesen (Selbitz),
– Kohlenden (Kerzendorf),
– Korngrund (Labetz),
– Bohnenstücken (Straach),
– Erbsstücken (Piesteritz u.a.),
– Weizstücken (verschiedene Gemeinden),
– Zwiebel (Grabo),
– Hopfgarten (Pratau),
– Wickstücken (Melzwig),
– Kümmelberg und Kümmelbach (Reinsdorf, Teuchel)
– Flachsröthe
(meistens verlandete Teiche, die früher zum „Röthen“ des Flachses dienten. Der Flachs musste hier einen Verwesungsprozeß durchmachen, damit er sich besser „schwingeln, brechen und klopfen“ ließ.)
– Röthlache, Röthgraben, Röthe, (in jeder Gemeinde),
– Vierzehnschockstücken (Teuchel).
– Die Ledigen (Feldheim, Wergzahnahna, Wollersdorf, Gielsdorf, Raßdorf)
sind Flurbezeichnungen, die auf die Dreifelderwirtschaft zurückgehen, alle drei Jahre war während dieser Periode ein bestimmter Flurteil „ledig“, lag also unbestellt da. Zu gewissen Zeiten wurden ganze Fluren in Brand gesetzt, um sie für spätere Zeiten durch die zurückgebliebenene Holzasche, Grasreste usw. fruchtbarer zu machen.
Folgende Flurnamen sind davon zurückgeblieben:
– die Brennenden (Bietegast),
– der Brand (Bleesern, Dobien, Kropstädt, Leetza, Piesteritz),
– die Brandwiesen (Dobien),
– die Brandmaaßen (Pratau).
Viele Fluren unserer Heimat tragen Baumnamen.
Sie zeugen von der Liebe derjenigen zum markanten Baum oder zum Walde, die der Flur den Namen verliehen.
Fast jede heimische Baumart ist vertreten.
– Eichhölzer, Eichberge, Eichstücken, Eichen, Eichbusch, Eicheln (Piesteritz, Klitzschena, Jahmo, Hohndorf, Gielsdorf, Iserbergka, Euper, Dabrun, Bietegast, Bülzig),
– Birkenstücken, Birkenfeld, Birkengrund, Birkenspring, Birkmaaken (Reinsdorf, Kropstädt, Grabo Feldheim, Köpnick, Labetz, Dietrichsdorf, Berkau),
– Fichtenberg, Rotfichten, Fichtenden, Fichtenstücken (Reinsdorf, Marzahna, Feldheim, Dobien Euper),
– Tannenteich (Zahna),
– Kienäcker, Kienberg, Kienmathen, (Apollensdorf, Bülzig, Külso, Edmannsdorf, Zahna u. a.),
– Ellernbruch, Ellerrießstücken (Eutzsch, Pannigkau)
– Espenhölzer, Espenwenden, Espenstücke (Woltersdorf, Külso, Kurslipsdorf),
– Rüsterstücke (Straach),
– Lindenfeld (Wittenberg),
– Buchenforst (Bleesern),
– Pappelheeger (Dabrun, Wartenburg),
– Strauchlast (Pratau),
– Laufbusch (Wartenburg),
Dornbusch, Dornstücken, Dornenmorgen (Teuchel, Klitzschena, Apollensdorf),
– Rosengarten, Rosenforst (Eutzsch, Dabrun),
Grunwald (Euper u. a.),
– Bäumchenstücke (Erdmannsdorf),
– Baumanger (Elster),
– Dreibäumchen (Bietegast),
– Reiswiesen, Reis (Leetza, Pratau),
– Birnbaumbreite, Birnbaumstücken, Beulenbirnenbreite (Zörnigall, Mochau, Rötzsch),
– Pflaumenbaumwiese (Hohndorf),
– Weidenhorst, Weidenheeger (Eutzsch, Dabrun u. a.)
Auf den in unserer Heimat einstmals ausgeübten Anbau des Weines, der – wenn auch „säuerlich“, doch recht ergiebig gewesen sein soll, deuten noch folgenden Flurnamen hin:
– Mostpfuhlstücken (Berkau)
– Mostpfuhl (Dobien)
– Weinberg (Dabrun, Kropstädt, Wittenberg, Zahna, Kemberg)
Daß unsere Vorvordern dem edlen Waidwerk nicht abhold gewesen sind, schließen wir aus den Flurnamen:
– Die Hofjägerei (Pratau),
– Hofjägerwiese (Bleesern),
– Wildbahn (Berkau, Selbitz, Straach),
– Jagdschanze (Trajuhn),
– Freischütz (Klitzschena, Rahnsdorf),
Dreihorn (Gallin). Lappen (Piesteritz), das kleine Revier (Lammsdorf), Horftwiesen, Horststücke (Bietegast, Pannigkau, Leetza, Eutzsch), Horst (Klitzschena). Forstbreite, Forstgrund, Forst (Bleesern, Lammsdorf, Wüstemark), Fuchskeuten (Apollensdorf), Dachskeuten (Euper). Reich ist die Zahl der Flurnamen, welche nach dem Getier des Feldes, Waldes und Haushofes benannt sind, und mehr als ein Name sagt von heute nicht mehr vorkommenden Tierarten. Wir haben in unserer Heimat: Wolfsberge, Wulfsraden, grauer Wolf, Wolfswinkel, Wolfsholz, Wolfsauge (Zahna, Zalmsdorf, Rahnsdorf, Pratau, Melzwig, Klitzschena, Berkau), Bärwinkel (Pratau, Lammsdorf, Melzwig, Bleesern), Katzmaaßen, Katzenberg, Katzenhainforst, Katzhain, Katzenstücken (Pratau, Grabo, Eutzsch, Elster, Berkau), Fuchsbauten, Fuchsberge, Fuchsbergklothen (Teuchel, Reinsdorf, Köpnick, Kerzendorf, Gallin, Dobien, Apollensdorf), Hundeländer (Wiesigk. Zahna, Zalmsdorf), Hasenwald (Gielsdorf), Rehkolk, Rehholz (Reinsdorf, Piesteritz, Gallin), Thiergarten (Pratau) Habichtberg (Berkau), Krähenstücken, Krähholz, Krähenbusch, Krähenbach, Krähensprung, Krähenmark (Teuchel, Schmilkendorf, Reinsdorf, Mochau, Elster, Gielsdorf, Lammsdorf, Dabrun, Apollensdorf), Riebigbreite, Kiebitzhügel, Kiebitzluch (Bleesern, Eutzsch, Listerfehrda, Iserbegka). Storchbreite (Bleesern). Dohlenden (Bülzig), Wachtelberg (Jahmo). Finkenbruch, Finkenstücken (Köpnick, Mochau). Starstücken (Piesteritz), Falkenweiden (Wartenburg), Präbentenstücken (Wartenburg), Taubengraben (Prühlitz), Krebshorn, Krebsberg (Bratau, Eutzsch, Bleesern), Blutigelstücken (Euper), Paddenpfuhl (Pannigkau), Mausebach (Wittenberg), Kamel (Wartenburg) Alte Gewerke und ihre Utensilien gaben vielen unserer Heimatfluren den Namen: Schmiedestücken, Schmiedelache. Schmiedewiesen, Schmiedebreite (Eutzsch, Dabrun, Pratau, Hohndorf), Papiermühlengrund, Papierbreite, Papiermacherstücke (Braunsdorf, Zörnigall, Nudersdorf), Walkmühle, Walkstücken (Zahna, Wittenberg. Braunsdorf), Fischernetzplatz, Fischerwinkel, Garnsäcke (Dabrun, Selbitz, Piesteritz), Schiffmühlenweg (Prühlitz), Brauhaushang, Biergraben, Bierstücken (Globig, Blönsdorf, Kropstädt), Höterstücken (Klebitz), Badewälze (Lammsdorf), Pechofen (Leetza), Kesselgrund (Euper, Dietrichsdorf, Hohndorf, Selbitz), Kochbreite (Bleesern), Kutscherbreite (Bleesern), Pfeiferhaus (Wittenberg), Bauernwiesen (fast jede Gemeinde), Hirtengärten, Schäferbreiten, Mühlberge, Mühlbreiten (fast jede Gemeinde), Schinderanger, Schinderfichten, Schinderklothen, Schindergründe (Braunsdorf, Euper, Leetza, Globig). Daß einstmals auch rauhe Kriegsstürme über unsere Heimat fegten, lassen die nachfolgenden Flurnamen erkennen: Siegwiesen (Dabrun), Landwehr (Eutzsch, Pannigkau, Pratau, Selbitz, Wartenburg), Kaiserlache, Kaiserlager (Pratau), Hauptmannsteich (Zörnigall), Schanztlothen (Reinsdorf) Teutschstücken (Gallin), Reitmauren und Ritterhufen (Klitzschena) Exerzierplatz (Lammsdorf, Wartenburg), Ehrenholz (Bleesern, Klitzsichena), Wüstengärten (Erdmannsdorf, Klebitz), Nothbrunnen (Blönsdorf). Auf die alten Gerichtsverhältnisse weisen folgende Namen hin: Streitländer, Streithufen, Streitwinkel (Berkau, Zalmstorf, Seegrehna, Straube, Wergzahna, Listerfehrda), Zankstücken (Gielsdorf), Aufschädchen (Rahnsdorf), Todtschlag, Todtschlagwinkel (Lammsdorf, Mochau). Diebwiesen (Prühlitz), Spitzbubenwinkel (Grabo), Stehlstücken (Globig), Scharfrichterei, Scharfrichterwiesen (Kleinwittenberg, Wittenberg), Galgenkolk, Galgenberge, Galgenwiesen, Galgenfeld, Galgenstücken, Galgholz (Dabrun. Danna, Elster, Gielsdorf, Kropstädt, Listerfehrda, Eutzsch, Wartenburg, Wittenberg, Zahna). Einen größeren Raum nehmen die Flurnamen ein, in denen wir Hinweise auf kirchliche Verhältnisse finden. Spärlicher sind die Namen, in denen vermutlich eine Erinnerung an eine Kultusstätte zu finden sind. Wir führen Folgende Namen an: Kirchenwiesen, Kirchfeld, Kirchplan, Kirchenmathen, Rirchstüden, Kirchenbreite, Kirchhofstücken, Kirchenholz, Kirchweg, Kirchsteig, Kirchpfuhl (Straach, Reinsdorf, Mochau, Klitschena, Jahmo, Globig, Eutzsch, Danna, Bleesern, Braunsdorf, Bietegast, Apollensdorf). Probstei (Pratau), Pfarrplan, Pfaffengraben, Pfarrzehntplan (Rahnsdorf, Dabrun, Blönsdorf, Globig). Nonnen (Pratau), Paradiesstücken (Bülzig), Gottesminkel, Gotteswiese (Leetza, Feldheim). Engelsmathen (Grabo), Dreiherren, Herrpfuhl, Herrenthiel (Rahnsdorf, Globig), Schädelberg (Klitzschena), Kreuzgrund, Kreuzmaathen, Kreuzstücken, Kreuzgestell (Kropstädt, Elster, Külso, Pratau, Eckmannsdorf, Bleesern). Seegenklothen (Euper). Grabgründe (Berkau). Friedeholz (Piesteritz), Todtenwegstücken (Teuchel), Todtenbruch (Grabo), Todtlager (Hohndorf), heilige Geistmühle (Zahna), Glodenpfuhl (Elster), Kapitolheide (Rahnsdorf), Kurrendstücken, Kurrendewinkel (Zahna, Bülzig), Michaelsberg (Weddin, Kropstädt), Katharinenkolk (Globig), Peterklothen (Kurzlipsdorf), Paulsberg (Tenchel). Thomasbreite (Rahnsdorf). Eliaswinfel (Wartenburg), Christianen (Teuchel), hohe Marie (Rackith, Wartenburg), Pfingstweida (Iserbegka), Babel (Marzahna, Wartenburg), Hölle (Eutzsch). Auch die Urahne Sage lispelte schon in alten Tagen ihr altes, aber immer wieder neues Lied. Ueber die Flurnamen und die Fluren selber ließe sich eine umfangreiche Abhandlung schreiben, die den Rahmen meiner Aufgabe weit übersteigen würde. Ich begnüge mich daher auch hier nur mit kurzen Auszügen aus den vielen heimischen Bezeichnungen: Nixkolk (Apollensdorf), Klingelstücken (Globig), Zwergsbreite (Jahmo), Zwergberge (Straach). Jungferngrab (Wartenburg), Armewaisenstücke (Leetza), die Sieben (Grabo), Zeichenstücken (Bietegast), der tote Mann (Zörnigall), die Todtlache (Leetza), der böse Winkel (Wartenburg). Spukbreite (Trajuhn), die Grauenwiesen, der Grauendamm (Dabrun, Euper, Gallun, Hohndorf). Zum Schluß möchte ich noch einige Flurnamen erwähnen, deren Entstehung sich in neuerer Zeit vollzogen hat. Es ist schwer, ein einwandfreies Urteil bezüglich des Altersunterschiedes der Flurnamen abzugeben. Hier und da lassen sich einige nähere Bestimmungen anwenden. Etwas Abschließendes kann nicht behauptet werden. So kennzeichnen sich als neuere Prägung von selbst: Chausseehaus (Apollensdorf), Zollstätte (Apollensdorf), Seuereinnehmerhaus (Eutzsch) Einnahme (Kropstädt), Windmühlenweg (Blönsdorf), Neuländer (Apollensdorf, Eutzsch), Baumschule (Dabrun, Eutzsch, Mochau). Kossäthen- und Hüfnerpläne (Braunsdorf. Dabrun, Dobien, Eutzsch, Jahmo, Mochau, Blönsdorf), Gemeindekassenplan (Euper), Gemeindebusch (Gallun), Abfindungsstücken, Entschädigungsstücke (Bülzig, Jahmo, Klebitz, Melzwig, Mochau, Schmögelsdorf, Selbitz, Wartenburg), Neue Wiesen, (Melzwig), neue Welt (Pratau), an der Spinnerei (Dobien, Schmilkendorf), Fabrikteich, Fabrikstücken (Schmilkendorf. Piesteritz). Auch Flurbenennungen, die sich an errichtete Ziegeleien anlehnen, gehören der neueren Zeit an: Ziegeleistücken (Bülzig), Ziegelheeger (Wittenberg u.a.) Der neueren Zeit dürften auch diejenigen Formen zu zuweisen sein, welche im Anschluß an Personennamen gebildet worden sind. Meistens dürfte es sich um Namen von Personen handeln, die einstmals im Besitze der betreffenden Flurstücke waren. Derartige Bildungen lassen sich für das 17.-18. Jahrhundert nachweisen. Adlige und bäuerliche Familiennamen kommen gleich in Betracht. Gerickengraben (Dietrichsdorf), Grafwiesen (Elster), Lehmannswinkel (Gallin), Lehmannsdorn (Pannigkau), Wenzel (Grabo). Heßlermühlenbach (Kropstädt, Rahnsdorf), Klauslache (Lammsdorf), Bühnenstücken (Melzwig), Hendelberge (Pannigkau), Nickelgrabenstücken (Piesteritz), Hoyerholz (Pratau), Frankenbergsmorgen (Seegrehna), Eckarts Pfuhl (Schmilkendorf), die Semnerschen (Globig). Flurnamen sind Zeugen alter Vergangenheit. Wie liebe Bekannte aus längst vergangener Zeit grüßen sie uns. Wir sind stolz auf sie. Was wäre unsere schöne Heimat ohne Vergangenheit? Ein bunter Spielball, eine Modelaune, wie wir sie heute üppig am eigenen Leibe spüren. Vornehmste Aufgabe sollte es für uns sein, die Flurnamen als kostbaren Schatz zu hüten und zu ehren. Diesen Zweck allein verfolgen meine Zeilen. Mögen sie darum von jedem recht verstanden werden. Das wäre mir Dank genug. Bei einer neuerlichen Ueberprüfung meiner Flurnamensammlung war es mir eine rechte Genugtuung festzustellen, daß sämtliche Namen an Hand der Flurbücher, Separationsrezesse und Karten nachzuweisen sind. Ich kann daher mit Gewißheit behaupten, daß die Flurnamen alle nach dem Stand vor hundert Jahren aufgezeichnet wurden. Das ist bestimmt schon ein großer Vorteil in Bezug auf den Wert meiner Sammlung. Ich danke daher auch den Männern, die mir bei dem Zusammentragen der Flurnamen in manigfachster Art behilflich waren. Mit Vorstehendem will ich nicht behauplen, daß meine Flurnamensammlung vollständig und fehlerfrei ist. Ich bin im Gegenteil einem jeden Heimatfreund dankbar, der mir irgendwelche Fingerzeige, Berichtigungen und Ergänzungen, machen will. Der Herausgeber des Heimatblattes „Unser Heimatland“ ist gern bereit, diese an mich gelangen zu lassen. Flur Dobien. Die kurzen Brandwiesen, die langen Bergklothen, bie Bullenwiese, der Braunsdorfer Mühlbach, die langen Bergstücken, die langen Brandwiesen, der Brand, hinter den Dorfgärten, die Dornicken, die Dornickenstücken, In den kurzen Enden, die Eichstücken, die Fichtenbergstücke, die Flachsröthe, hinter dem Fuchsberge, die Fuchsbergstücke, das Gemeindestück, die alten Hainichtenstücken, die Hutung an der Braunsdorfer Grenze, die Hügel, die Klothen, die Klothen an der Teucheler Grenze, die Krautgartenstücke, die Kossäthenpläne, die Löbigke, In der Löbigke, der alte Mühlbach, die Mostpfuhlstücken, der Mostpfuhl, die kurzen Wahlbergstücke, die Nachthainichte, die Nachthutung, die Spinn-Fabrik, An der Spinnerei, die Startstücken, der Sauerwinkel, die Sauerwinkelstücken, die Siebstücken, die Stücke hinter der Nachthainichte, die Schmale, An der Schmale, die Schafwäsche, die Tränke, die Trift, der Wallberg, Am Wallberg, die ehemalige Wassermühle. Flur Braunsdorf. Weiße Mark Gallun: der alte Anger, die Ackerschläge, der Bruch, im langen Bergfelde, das Bergfeld, am Damm, die Dobienschen Klothen, die Dammstücken, die Fennstücken, die Fennstücken in der Nachthutung, die kleinen Feldklothen, das kleine Feld, die Flachsröthe, in den Forthstücken, im Galluner Bergfeld, die Galluner Trift, Mark Galluner Grenze, der Hirsegrund, die Hangstücken, die Hutung, die Kossäthenpläne, die Krautländer, am Langenberge, die Moderwiesen, an der Mühle, der Mühlenbach, die Nachthutung, das Papiermühlenfeld, die Reinsdorfer Klothen, die Steingrundstücken, die Steinbergstücken, die Schindergrundstücken, der Schindergrund, die Walkstücken, die Wallstücken. Flur Reinsdorf Wüste Mark Cammin (auch Armin). Die hinterste Breite, die Birkmaaßen, die Kamingärten, die Kaminbreiten, die Kaminstücken, die Kaminer Mark der Dobiener Bach, die Dorfwiesen, die Dorfkabeln, der Freigraben, die Flachsröthe, die Fichtenbergstücken, die Fuchsbergklothen, die Galluner Bergklothen, die Galluner Bergstücken, der gemeine Fleck, die Grundklothen, die Gründestücken, die Gründebreite, im Gründefelde, der Gallunsche Bergplan, die Hutung, die Hohemühle, an der Hohemühle, die Kirchfeldbreite, in den Klothen, der Kirchsteig, die Krähenstücken, die Küsterbreite, die Kirchfeldstücken, der Kümmelberg, die Kümmelbergklothen, die Lehmkeuten, die Lehmstücken, in den Lehmstückenbreiten, im Mühlfelde, am Mühlbache, die Mühlkaweln, die Mühlfeldstücken, die Nachthainung, die Neumühle, die Nachthainungklothen, die Rehholzstücken, die vordersten Siebklothen, die Siebstücken, der Siebstückenplan, im hintersten Siebfelde, die Siebestücken, die Siebenstücken, in den Stregen, die Straepen, die Steinfurthstücken, die Schanzklothen, am Schmerlenbach, der Schenkgarten, der Teich, die Wählkabeln, die Wählerfeldstücken. Flur Mochau Die Abfindungsstücken der Kossäthen, das Bruch, der schwarze Berg, die Baumschule, Zwischen dem Bruch, das kleine Bruch, im Bruche, die Birnbaumstücken, die Flachsröthe, die Finkenstücken, die Graboer Klothen, die kleinen Felbstücken, die Grundstücken, der Gänseberg, die Grabenstücken, am Graboschen Wege, der Holzweg, die Heuwegstücken, die Holzwegstücken, die Hainichte, die Hainichtstücken, die Jahmoer Wiesenstücken, die Jahmoer Wiesen, die Kossäthenbreite, die Kabeln, die Krautgarten, der Kossäthenplan im Bruch, der Krähenbach, die Kirchwegstücken, die Klothen, die Koepenicker Klothen, die Lehmgrubenstücken, die Muschtenstücken, die Mühlsteigstücken, die Müllerklothen, die Müllerbreiten, die Nachthainichte, die Ochsenhirtenhäuser, der Pfuhl, die Pielkenstücken, die vorderste Plätzwiese, die hinterste Plätzwiese, die Platzwiesen, die Rübeländer, die Stücke hinter dem schwarzen Berg, die Stücke vor dem schwarzen Berg, die Springstücken, die Sichstücken, die schmalen Stücken, die Stücken vor den Kabeln, die Scheitstücken, die Tonkeutenstücken, die Thießenschen Pläne, der Totschlagwinkel, an der Tränke, die Tränke im Gänseberg, die Weide, der Weg um den Teich. Flur Apollensdorf. Gemarkung Brehmerlug, Gemarkung Gallun: die Aue, An der Anhalter Grenze, An der Anhalt-Bernburger Grenze, der Apollensberg, In den Bergstücken, die Bullenwiese, das Buschland, An der Brehmerlug-Grenze, In den Bruchstücken, Im Bruche, Im Busche, die Bodenwiesen, die Breithufen, An dem Chauffeehause, An der Elbe, In den Fuchsbauten, die Fuchskeuten, der Grenzweg, Am Graben, Am Gallun, die Golmäcker, der Goldacker, die Grieboer Maaßen, die Gehren, die Gartenstücken, die langen Hufen, die Heideberge, In den Heidebergen, der Hang, der Heeger, der Heuweg, der Jährling, der Kakelkolk, In den Kiefern, Hinter den Kiefern, die Kabelwiesen, die Kirchenwiesen, die Kiehnäcker, In den Klappbergen, In den Krähenstücken, die Kabeln, der Klapperberg, die Lugstücken, die neuen Länder, die Langemaaßen, die Lugwiesen, die Mittelmaaßen, die Neuenmaaßen, die Neuländer, der Nixkolk, die Ochsenpfuhlstücken, die Pfarrstücken, die Kadewiesen, In den Rotten, die vorderen Springstücke, die hinteren Springstücke, In den Selpen, die Selpen, der Saukolk, Im Stück, Beim Stück, Zwischen den Stücken, die Schweinehutung, die Siebstücken, die Schaafwäsche, Am Tränkeplatz, Auf den Wiesen, Am Wasserstück, der Wiesenheeger, die Zollstätte. Flur Nudersdorf. Die Ackerbreiten, das Bruch, die Baumstücken, der Bülziger Winkel, die Baumgartenstücken, der Eichberg, die Eichbergwiesen, die Fäme, die Gutsbreiten, das Heideland, das Heideholz, die Möllnsdorfer Breiten, die kleine Mühlbreite, die Nachthainichte, der Pechofen, der Papiermühlengrund, die Papierbreite, die Stangen, die Schonungen am Pechofen, die Stangen an der Straacher Grenze. Flur Berkau (frühere Schreibart Birkau). Die Breiten, die Birkenstücken, die Birkauer Haide, die Dornenmorgen, die Flachsröthe, der kleine Grusigk, der große Grusigk, die Grund-Stücken, die Gerstklothen, die Gehrmaaßen, die kurzen Gehrmaaßen, die Gehren, die Grabgründe, die Hirseberge, die langen Haderländer, die kurzen Haderländer, die Haferberge, die Habichtbergstücken, die H-Stücken, die Kunschbuschstücken, die Kaukenberge, die Kohlhagestücken, die Klothen hinter den Gärten, die Kritzingstücken, die Katzmaaßen, die Kuhmaaßen, der Kolk, die Mittelbuschstücken, die Mostpfuhlstücken, die langen Quermorgen, die langen Quertzmorgen, die Quertzmorgen, die langen Rübeländer, die alten Rübeländer, die Streitländer, die Steinklothen, die Steinberge, die Senstmaaßen, die Straacher Klothen, die Stücke hinter den Streben, die Stücke am Senster Wege, die Salzwegstücken, die Stücke in den Wolfsbergen, die Strepenstücken, die Schaafwäsche, die langen Schoenefichten, die kurzen Schoenefichten, die Stöcke ann den Schoenefichten, der Tränkeplatz, die Vierruthen, die Woerthe, die Weddinen Klothen, die Weinbergsstücken, der Weg durch die Haide, der Weg hinterm Dorfe, der Weg hinter den Gärten, die langen Wildbahnstücken, die kurzen Wildbahnstücken, die Stücke hinter dem Wolfsberge, die Wolfsberge, aus: Unser Heimatland vom 23.02.1929 ff
Wendische Flurnamen finden wir nachstehend in:
– Kalischpfuhl (Külso),
– Kaupen (Külso, Raßdorf, Berkau, Dietrichsdorf) > Erhöhungen,
– Zirschen (Külso),
– Selpen (Apollensdorf),
– Grusigk (Berkau),
– Kuntsch, Kuntschken (Berkau, Gallin) > Kiefernberge,
– Kritzing (Berkau),
– Trunitz (Bleesern),
– Borniken, Dornichen (Dabrun, Dobien),
– Mochschen (Dietrichsdorf) > Moos,
– Nosten, Prosken (Dietrichsdorf, Gielsdorf),
– Siensken (Dietrichsdorf, Elster),
– Löbiche (Dobien),
– Aunen, Naucken (Elster, Listerfehrda),
– Buhmig, Buhnig, Punig. Bohnitz (Dietrichsdorf, Listerfehrda, Prühlitz, Külso),
– Quarksäcke (Kropstädt, Grabo) > geronnene Milch,
– Lubbestücke, Lübbegasse (Gielsdorf, Elster) > Liebe,
Schliddern (Elster) > Glanz,
– Zoge (Elster, Iserbegka) > wend. Name,
– Trebbig (Eutzsch),
– Trotzschken (Gielsdorf),
– Ogkeln (Globig),
– Wörblitzen, Würblitzen (Globig, Wartenburg).
– Moynhainichte (Wartenburg)
– Eigenhainichte, Carnipp (Zahna) > Fischerhütte,
Kratzschken (Iserbegka, Külso, Prühlitz) > kurze Stücke,
– Brechsken, Brieste (Selbig, Pratau) > Birken,
– Dubersche (Trajuhn) > Eiche,
– Wudicken (Trajuhn),
– Zemnick (Iserbegka, Kurzlipdorf,
– Leetza, Raßdorf, Zalmsdorf) > Landeszugehöriger,
– Wergis (Klebitz) > Quelle,
– Klinschken (Listerfehrda) > Quellwiesen,
– Kotzfeld (Seegrehna) > Ziegenfeld,
– Zierschen, Zierecken (Külso, Prühlitz),
– Brude Babetz, Listerfehrda) > Überfahrt,
– Mutschken, Muschken (Labetz, Mochau) > dicht am Dorf,
– Achsten (Listerfehrda)
– Dobritzken (Listerfehrda) >Talstücke,
– Schaspeln (Listerfehrda)
– Rubig (Listerfehrda),
– Körbitz (Marzahna),
– Pielken (Mochau)
– Pietzker, (Pratau),
– Dusigken, (Prühlitz),
– Pretzela, (Rackith)
– Lewitza (Seegrehna),
– Lug (in allen Fluren längs des Elbebettes vertreten) > Grassumpf,
Wenige Jahre nach 800 begann unter Führung Karls des Großen ein Feldzug gegen alles was heidnisch und wendisch war.
Stete Kämpfe, die unter Ludwig dem Deutschen fortgesetzt wurden und bis in die Zeit Heinrichs 1. (919-936) hineinwährten, zermürbten die sorbische Bevölkerung in unserer Heimat.
Schon Ludwig der Deutsche errichtete zur Einzwängung der Sorben verschiedentlich Marken.
Heinrich 1. vollendete dieses Werk in seinen ,„Sorben-Marken“, durch welche er die meisten Sorbenstämme unterjochte und sie sogar zum Bau von Schutzwällen (Burgwälle) und Gräben zwang.
Im Verein mit den deutschen Ansiedlern, die von den Fürsten herangezogen wurden, bauten sie feste Stützpunkte in unserer Heimat.
In jener Zeit sind die in unserer näheren Umgebung festgestellten „Burgwarte“
– Zahna,
– Wittenberg,
– Wartenburg,
– Dobien und
– Elster zu verlegen.
(Wartenburg-Gartenberg, Elster- Alstermunde).
Der Nachfolger Heinrichs I. Otto I. – förderte dieses Werk durch Gründung von Bistümern, die dem damaligen Staatengefüge den ganzen Halt verliehen.
Wohl an 300 Jahre dauerte der Kampf zwischen Germanen und Wenden in unserer Heimat.
Er endete mit der fast vollkommenen Vertreibung der letzteren. Diejenigen Sorben, die sich dem Willen der Sieger fügten, fanden in ihren Carnipps (Zahna) ein bescheidenes Unterkommen.
Erst Jahrhunderte später, etwa vom Jahre 1350 ab, erhielten einzelne von ihnen das Recht „Bürger“ eines Gemeindewesens zu werden.
Der von Otto I. eingesetzte Markgraf Gero teilte die ihm unterstellte Mark in „Gaue“ ein.
Er begann ein Kolonisationswerk, welches seine Nachfolger tatkräftig fortsetzten.
Es kamen Germanen aus Sachsen, Westfalen und Flamland, die erste vereinzelt, dann aber überwiegend von unserer Heimat Besitz ergriffen. – Nunmehr beginnt die Blüte unserer Flurnamengebung.
Der Grundherr, ebenso auch dessen Lehns- oder Burgmann, verteilte das Land hufenweise unter die eingewanderten Bauern. (Unter einer „Hufe“ verstand man früher ein Stück Land, welches im Laufe eines Tages bestellt werden konnte; heute verstehen wir wenigstens 30 bis 50 Morgen Land darunter).
Die Flurnamen,
– Hufen,
– Streithufen,
– Hoefe,
– Hoefte,
– Hobe (Danna, Elster, Euper, Eutzsch, Zahna, Selbitz u. a.)
stammen aus dieser Landesverteilung.
Der germanische Landmann pflügte seine Furchen gerade und eine neben der anderen; der sorbische dagegen riß mit seinem hölzernen Radpflug den Acker kreuz und quer auf und zwar da, wo es für ihn am leichtesten war.
Es bildeten sich auf diese Art recht unregelmäßige Plätze.
Wir haben damit die so oft in unserer Heimat vorkommende Bezeichnung – wohl jeder Ort hat sie – Klothen oder Klöschen.
Der ebenfalls fast in jeder unserer Heimatfluren erscheinende Name Gehren, ist unter ähnlichen Voraussetzungen entstanden.
Er bezeichnet ein „spitzes“ oder ,„teilförmiges“ Flurstück.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich den dritten, ebenso oft vorkommende Flurnamen Maathen oder Maaßen erwähnen, unter welchen man ein Stück Land von genau „abgemessener“ Ausdehnung verstand.
Auch die Kabeln sind gleichmäßig abgeteilte Flurstücke.
In eigenartiger aber doch verständlicher Form hat man fast in jeder Flur erscheinende gute Landstriche bezeichnet, man nannte sie
– Voerthe,
– Worthe,
– Werder.
Worth bedeutet Insel.
Da es schließlich in Zahna oder in den Flämingsdörfern keine „Inseln“ gegeben haben kann, so ist dort der Flurname Worth so zu verstehen, daß sich das gute Land „inselförmig“ aus dem schlechteren Boden heraushebt.
Wie ich schon eingangs meiner Abhandlung erwähnte, sind die meisten unserer Flurnamen in der Zeit entstanden, als der Germane von den ehemals wendischen Fluren Besitz nahm.
Das ist etwa der Zeitraum von 900 bis 1400.
Daß viele unserer Flurnamen aus den Sitten, Gebräuchen und Gewohnheiten, aus den täglichen Verrichtungen, aus dem Glauben heraus und aus dem Kampf um das tägliche Brot entstanden sind, ist auch schon dargetan.
Meine Aufgabe soll es nun noch sein, diese Flurnamen auch anzuführen.
Da die überwiegende Mehrzahl in ländlichem Grund und Boden zu suchen ist, beginne ich mit den Bewohnern des Dorfes, vom Landwirt.
Zur Erhaltung seiner Existens benötigte der Landwirt unbedingt das Vieh.
Es ist daher recht natürlich, wenn er seinem Acker Namen gab, die mit dem Vieh in Verbindung zu bringen sind.
Wir haben in unserm Kreise Bullenwiesen (fast jede Gemeinde).
– Hainichten, Nachthutung und Hutung (fast jede Gemeinde),
– Koppelfelder (Gielsdorf, Listerfehrda),
– Heuweg (Apollensdorf. Iserbegka),
– Kuhmaasen, (Apollensdorf, Klebitz),
– Kälberhainichte (Eutzsch),
– Kälberkuhl (Euper),
– Saukolk (Apollensdorf),
– Sauwinkel (Pratau, Danna, Dobien, Klitzschena, Kurzlipsdorf),
– grobe Sau (Melzwig, Wartenburg, Schweinsmaststücken Pannigkau),
– Hammelberge (Trajuhn),
– Ziegenbreite (Trajuhn),
– Lämmerhainichte (Danna),
– Ochsenpfuhlstücken (Eutzsch),
– Schafwäschen (fast in jeder Gemeinde),
– Hengsthainichte (fast in jeder Gemeinde),
– Bienenhucke (Dabrun),
– Gänsegraben,
– Gänseweide,
– Gänsemaathen,
– Gänsehornwiesen,
– Gänseberg,
– Gänsetrog,
– Gänsewinkel (Dabrun, Dietrichsdorf, Edmannsdorf, Elster, Mochau, Rahnsdorf. Teuchel),
– Taubengraben (Prühlitz), und gar eine
– Gelbrinderhutung (Wartenburg).
Namen, die auf die Verrichtungen des Landwirts zurückzufuhren sind, finden wir im
– Jährling (Apollensdorf),
– Fünfwurtigen (Erdmannsdorf, Marzahna),
– Fünfruthen (Selbitz),
– Zweischwad (Elster, Irserbegka),
– Zweiruthen (Gallun),
– Dreiruthen (Gallun, Hohndorf),
– Dreiwürfigen (Jahmo, Marzahna),
– Viertelchen (Eutzsch),
– Vierruthen (Hohndorf),
– Vierschwad (Iserbegka, Piesteritz),
– Sechswürfigen (Marzahna),
– Sechsjährigen (Wergzahna),
– Siebenwürden (Kropstädt),
– Siebstücken (in vielen Fluren),
– Achtschwad (Iserbegka),
– Wechselwiesen (Gallin, Iserbegka, Pratau),
– Eggepfuhl (Globig).
– Schwemmpfuhl (Teuchel).
– Backofenstücken (Teuchel),
– Mäheanger (Melzwig),
– Hackstücken (Straach).
Auch die Beschaffenheit des Bodens führte der Landmann in seinen Flurbezeichnungen:
– Kohlhackestücken (Berkau),
– Krautgärten (Dobien, Euper, Eutzsch, Jahmo),
– Kohlgarten (Listerfehrda),
– Pflanzgarten (Piesteritz),
– Steinbreiten (Bleesern u. a.).
– Sandbreiten, Randenden (Bleesern u. a.),
– Moderwiesen (Braunsdorf),
– Unbergstücken (Braunsdorf),
– Sauergrund (Danna),
– Langerötenbusch (Dobien),
– rote Land (Euper, Piesteritz),
– schwarze Land (Braunsdorf, Eutzsch),
– weiße Morgen (Leetza),
– kalte Land (Leetza),
– Metzenklothe (Euper),
– Sumpfschmalen (Euper),
– Speckstücken (Eutzsch).
– schmucken Grunde (Goelsdorf),
– Dreischfeld (Klitzschena u. a.).
– Ställichen und Drausgärten (Piesteritz, Melzwig).
– Schönefleck (Rahndorf),
– Freifelder (Piesteritz, Schmilkendorf),
– Zippel, (Weddin),
– Auszugsacker (Schmögelsdorf),
– Buttersteinstücken (Teuchel),
– Mittagswiesen und Mägdegrund (Teuchel).
Mit den Namen der Früchte, die gut auf seinem Boden gediehen, bezeichnete der Landmann seine Fluren:
– Hirseberge,
– Hirsegrund,
– Hirsestücken,
– Hirsebreite (Rahnsdorf, Dabrun, Braunsdorf, Berkau),
– Haferberge, Haferland, Haferlandsklothen (Piesteritz, Berkau ua.),
– Rübeländer, Rübestücken (Straach, Iserbegka, Klitzschena, Külso),
– Rapsstücken (Rahnsdorf),
– Grasenden, Grasgärten (Euper, Leetza u. a.),
– Schilfkabeln (Eutzsch),
– Queckeacker (Gielsdorf),
– Windgrafen (Klitzschena),
– Sichewiesen (Selbitz),
– Kohlenden (Kerzendorf),
– Korngrund (Labetz),
– Bohnenstücken (Straach),
– Erbsstücken (Piesteritz u. a.),
– Weizstücken (verschiedene Gemeinden),
– Zwiebel (Grabo),
– Hopfgarten (Pratau),
– Wickstücken (Melzwig),
– Kümmelberg und Kümmelbach (Reinsdorf, Teuchel),
– Flachsröthe – (meistens verlandete Teiche, die früher zum „Röthen“des Flachses dienten. Der Flachs musste hier einen Verwesungsprozeß durchmachen, damit er sich besser „schwingeln, brechen und klopfen“ ließ.)
– Röthlache, Röthgraben. Röthe, (in jeder Gemeinde),
– Vierzehnschockstücken (Teuchel).
– Die Ledigen (Feldheim, Wergzahnahna, Wollersdorf, Gielsdorf, Raßdorf) sind Flurbezeichnungen, die auf die Dreifelderwirtschaft zurückgehen, alle drei Jahre war während dieser Periode ein bestimmter Flurteil „ledig“, lag also unbestellt da.
Zu gewissen Zeiten wurden ganze Fluren in Brand gesetzt, um sie für spätere Zeiten durch die zurückgebliebenene Holzasche, Grasreste usw. fruchtbarer zu machen.
Folgende Flurnamen sind davon zurückgeblieben:
– die Brennenden (Bietegast),
– der Brand (Bleesern, Dobien, Kropstädt, Leetza, Piesteritz),
– die Brandwiesen (Dobien),
– die Brandmaaßen (Pratau).