
In der schwersten Not unseres Deutschen Vaterlandes, im gefahrvollen wirtschaftlichen Niedergange, der auch die ganze hochentwickelte deutsche Presse mit ihren Stämmen, Zweigen und Zweigglein zu vernichten droht, der sie bereits nahe an den Rand des materiellen Hungertodes gebracht hat, treten wir mit einem neuen Unternehmen an die Öffentlichkeit:
mit einer neuen Beilage, welche sich die Pflege und Förderung von Heimatkunde und Heimatschutz in der Stadt Wittenberg und den umliegenden Bezirken zur Aufgabe gemacht hat.
Seit langem vorbereitet, immer wieder verschoben, mußten wir befürchten, daß ein erheblicher Teil des Materials, das uns von vielen Seiten zugesandt worden war, veraltete, und oft genug mußten wir die Anfragen, wann endlich dieser oder jener Artikel erscheinen werde, mit nichtssagenden Ausflüchten beantworten. Nun endlich können wir unsere früheren Zusagen erfüllen.
Wir haben uns zwar von jeher der Pflege der Geschichte unserer Stadt und ihrer Umgebung angenommen und viele Aussage aus berufenen Federn hierüber veröffentlicht;
doch ist vieles hiervon, da in den verschiedensten Ausgaben unserer Zeitung abgedruckt, verloren gegangen, weil sich nur selten Leser fanden, welche die verschiedenen geschichtlichen Veröffentlichungen sammelten und aufbewahrten.
Dem soll nun ein Ende bereitet werden.
Die Form unserer Geschichtsbeilage ist derartig, daß sie jeder, der sich dafür interessiert, sammeln kann.
Wir hoffen, diese Beilage vierzehntägig bringen zu können, jedoch ist uns bei den unsicheren gewerblichen Verhältnissen eine verbindliche Zusage nicht möglich.
Was in unseren Kräften steht, soll geschehen.
Und so übergeben wir das neue Kind der einheimischen Presse der Öffentlichkeit, bittend, dasselbe durch Mitarbeit und Weiterempfehlung unterstützen zu wollen, indem wir noch bemerken, daß eine Abgabe der „Blätter für Heimatkunde“ ohne die „Wittenberger Zeitung“, also für sich allein, ausgeschlossen ist.
Verlag der „Wittenberger Zeitung“.
Adolf Tietze
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