
Daß die Schützen ehemals ebensowenig wie heute bei ihren Auszügen und ihren sonstigen Zusammenkünften einem guten Trunke abgeneigt waren, ersieht man unter anderem aus der großen Zahl der Trinkgefäße, die sich im Besitz der Schützengesellschaft befanden und teilweise noch befinden.
Ein am 13. April 1631 aufgestelltes Inventar Verzeichnis führt z. B. nachstehende Trinkgefäße auf:
– 1.) Zwey große alte zinnerne Kannen, jede von 4 Maß
– 2.) Ein alter großer zinnerner Willkommen von Broße (Ambrosius) Zeckritzen den Schützen vorehret 1572
– 3.) Ein zinnerner Willkommen von Martin Salbach vorehret 1586
– 4.) Ein zinnerner Willkommen von Matteß Konrat vorehret 1607
– 5.) Ein zinnerner Krug in 4 Maß von Doctor Heydenreichen vorehret 1607
– 6.) Ein zinnerner König-Schoß von Andrea Hoffmann vorehret 1627
– 7.) Der Ritter-Schoß von Buchsbaum von Martin Thile vorehret 1597, welcher mit etwas Silber beschlagen und 10 Silber Schilde daran, unterschidlich mall vorehret
– 8.) Ein großer zinnerner Krug von Michall Blume dem Eltern vorehret 1612
– 9.) Ein kleiner zinnerner Krug von Michall Blume dem Jüngeren vorehret 1629
– 10.) Eine alte zinnerne halbe … Kanne von Hermann Rothaubten vorehret 1560
– 11.) Eine zinnerne Maß Kanne von Christoff Nahmbacher vorehret 1630.
– 12.) Eine zinnerne Gieß Kanne neben einem meßingen Handtbrette.
– 13.) Vier gehemmerte zinnerne Nößell Kännchen von Sigmund Grempler vorehret 1630
– 14.) Bier gehemmerte zinnerne Nößell Kannen von Michaell Herman vorehret 1630
– 15.) Zwey gehemmerte zinnerne Nößell Kannen von Martin und Johann Selfischen vorehret 1630
– 16.) Eine gehemmerte zinnerne Nößel Kanne von Gottfried zur Horst vorehret 1630
– 17.) Eine gehemmerte zinnerne Nößel Kanne von Michall Blume dem Jungen vorehret 1630
– 18.) Eine gehemmerte zinnerne Nößel Kanne von Mauritius Blume vorehret 1630.
– 19.) Zwanzig glatte zinnerne Nößel Kannen, so vor diesem den Schützen von nachbenannten Persohnen je deren eine vorehret
Bei dem Königsschmause des Jahres 1742 fasste die Schützengesellschaft den Beschluß, statt der bisher gebräuchlichen alten zinnernen Willkommen einen silbernen, innen vergoldeten Pokal zum Gebrauche bei den Festlichkeiten der Gesellschaft anfertigen zu lassen.
Zu diesem Zwecke wurde eine Sammlung veranstaltet, an der sich 28 Personen – Schützen und Gönner der Schützengesellschaft – mit Beiträgen von 2 Talern 18 Groschen bis herab zu 16 Groschen beteiligten.
An der Spitze stand der Festungskommandant Oberst Baron von Bothmer mit dem höchsten Beitrage.
Die ganze Sammlung ergab die Summe von 34 Talern 16 Groschen. Mit der Ausführung des „Gesundheits-Pokals“ wurde der hiesige Goldschmied Christian Fr. Rüffer beauftragt, nachdem er versprochen, „solches Stick mit allen Fleiß zu verfertigen, damit Sie Freude und ich Ehre davon habe“.
Der Pokal „hält am Gewichte 36 Loth 1½ g das Loth zu 20 Gr. gerechnet“ und kostete 32 Taler 7 Gr. 6 Pf.,
so daß ein Überschuß der Sammlung von 2 Talern 8 Gr. 6 Pf. verblieb, welcher der Gesellschaftslade zugeführt wurde.
Der Pokal wird noch heute von der Schützengesellschaft als teures Kleinod bewahrt und gebraucht.
Die vom damaligen Bogenschützen Hauptmann Gottfried Giese verfaßte Stiftungsurkunde, die vom Goldschmied Rüffer eingereichte Offerte mit dem zeichnerischen Entwurf des Pokals, sowie alle darauf bezüglichen Schriftstücke befinden sich in den Regesten der Schützengesellschaft.