02. Der Wallberg in Dobien

Wallbergspruch

von: Ralf Jürgen Winterstein (Karnevalspräsidenten RCC)

Hoch oben, steht noch immer stolz,
die Burg gebaut aus Stein und Holz.
Manch Krämerseele liegt erschlagen,
beim plündern neben seinem Wagen.
So werde ich weiter foltern, morden,
mit meinen wilden Räuberhorden.
Ich, euer Herrscher- Ihr seid das Volk,
der liebe Gott hat`s so gewollt.
Errichtet pünktlich Euren Fron,
für meinen stolzen Ritterthron.
Und solltet Ihr mir was verstecken,
dann jag ich Euch mit Angst und Schrecken.
Ihr Lumpenpack und Ihr Gesindel,
sonst nehm ich Euch das letzte Bündel.
Doch heute lass ich mal das morden,
will feiern hier mit meinen Horden.
Der Wein soll heut in Strömen fließen,
auch Weiber wolln wir heut genießen.
Darum saufet und tanzet ohne Sorgen,
bis das ergraut der Tag am Morgen.

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1936.02.01. + 04. Wittenberger Tageblatt

Der Wallberg in Dobien

aus: Archiv des HV WB

Der Dobiener Wallberg

von P. Hinneburg, Wittenberg

     Muß nicht jedem Wanderer durch die Dobiener Gegend neben dem Dorfkirchlein der Steile Kegel des Wallberges mit den Eichen auffallen.?
Er ist gar nicht besonders hoch, nur 108 Meter, überragt damit aber z.B. Wittenberg gegen 40 Meter, und das ist für unsere Gegend nicht wenig.
In seiner auffallenden Form ist er gewiß nicht aus der Hand des Schöpfers hervorgegangen; da haben Menschenhände mitgestaltet.
Aber zu welchem Zweck?
Wann?
Wer?
So reizt er uns, einmal den Spuren nachzugehen, die er in der Geschichte hinterlassen hat; sie führen viel weiter zurück, als die meisten Vorübergehenden auf den ersten Blick ahnen.

2010.06.04. Mitteldeutsche Zeitung von Matthias Prasse
Einst ein bedeutender Burgstandort, der Wallberg in Dobien,
hier auf einer historischen Fotografie.

aus: Archiv des HV WB

1. Der Wallberg, eine Walburg.
    
Schon derName ist genauere Betrachtung wert.
Wallberge sind in Europa weit verbreitet, bis tief hinein in Vorderasien; meist werden sie Wallburgen genannt. Ein Unterschied zwischen Berg und Burg wurde früher bei Ortsnamen kaum gemacht. Darum schrieb man z.B. den Namen der Stadt Wittenberg in alten Zeiten häufig Wittenburg. Der Schreibung zufolge wollen viele Gelehrte in einer Wallburg eine alte Anlage zu kriegerischen Zwecken erblicken. Das stimmt oft, ist jedoch nicht das erste. Der alte Name hängt gar nicht
mit dem Worte „Wall“ zusammen, ist vielmehr „Wal“ zu schreiben.
Dieses Wort begegnet uns in „Walhalla“, „Walküre“ und würde in
unserer Zeit etwa mit „Himmel“ zu übersetzen sein, hat also eine religiöse Bedeutung. In Dobien sprechen viele den Namen kurz,
sicher beeinflußt von der Schreibung auf dem Meßtischblatte (“Wallberg“); aber von Alten hört man die Aussprache „Moahlberj“
und „Woahlberj“ , und die letztere ist sicher die ursprünglichere,
bezeugt schon 1699 durch den damaligen Dobiener Pfarrer Montanus, der das Wort mit „h“ schrieb, also Wahlberg.
Diese Schreibung ist ausschlaggebend.
Anmerkung des „Dobieners“:
Meine Großmutter sagte immer „Mollberj“
     „Wall“ wird in unserer Gegend überall wie im Hochdeutschen ausgesprochen, so daß die Schreibung „Wallberg“ auf dem Messtischblatte ganz und gar nicht der hiesigen mundartlichen Aussprache „Woahrberj“ oder „Moahlberj“ entspricht und als fehlerhafte Eintragung des Kartenzeichners gelten muß.
Der Name „Wahlberg“ führt uns in eine noch viel ältere Zeit zurück,
als es der Name „Wallberg“ tun würde, mindestens in diejenigen
Jahrhunderte vor Christus, da die Germanen aus dem Norden bis in
unsere Heimat vordrangen, sahen wir, um 500 v. Chr..
Sie verehrten ihre Gottheiten gern auf Höhen.
Eine Walburg war ihnen ein Abbild des gewaltigen Weltberges,
den die von dem bösen Winterungeheuer gefangene Sommerjungfrau
oder Sonnenfrau am Frühlingsanfang endlich wieder zurückgewann.
Auf  der Walburg waren zu Frühlingsbeginn darum fröhliche religiöse Feiern.
     In der ersten christlichen Zeit ersetzten die Priester die auf einem Berge thronende Frühlingsgöttin durch eine Heilige, nämlich die heilige Walburgis oder Walpurgis, ein recht bezeichnender Name, in dem man sofort den Namen des Berges selbst erkennt.
Ihr Tag ist der 1.Mai.
Als aber die alte Sonnenreligion immer wieder im Volk durchbrach,
suchte man es davon abzuschrecken, indem man die Nacht der Walburgis mit Teufels- und Hexenspuk verband.
     Wie die Sonnenfrau oder –Jungfrau durch eine Heilige ersetzt wurde,
so behielten die christlichen Priester die bisherigen alten heiligen Stätten der Gottesverehrung nach dem Religionswechsel bei und sorgten dafür, daß hier nun eine christliche Kirche erbaut wurde zur Verehrung der neuen Gottheit. Daher befindet sich dicht bei der ehemaligen Walburg gewöhnlich eine Kirche. So ist es auch in Dobien.
(Aehnlich war es übrigens aud dem Apollens- und auf dem Michelsberge,
die beide früher Kapellen trugen.)
  

aus: Archiv des HV WB

2. Der Wallberg und die alte Südnordhandelsstraße zur Ostsee
    Vielleicht bereits seit uralten vorgeschichtlichen Zeiten, mindestens
jedoch seit der Slawenzeit, also rund 1000 Jahren, führt eine Südnordstraße durch die Dübener Heide, von Düben über Kemberg, Pratau. Wohin ging sie weiter nach Norden? An die Ostsee, doch wohl unweit des Wallberges vorbei und über Belzig durchs Brandenburgische nach Vineta oder nach Wollin; – es ist noch nicht einmal ausgemacht, ob nicht die beiden letztgenannten Namen etwa gar denselben Ort bezeichnen; – später, als bald nach dem Jahre 1100 Stettin aufblühte, führte unsere Straße dorthin.
Es handelt sich also um die spätere Straße Leipzig – Stettin.
     Dieser wichtige Handelsweg ist mit ein Grund für die Anlage dreier Burgwarte in unserer Heimat, eben zum Schutz des Handels, wenn die drei auch nicht zur gleicher Zeit entstanden; Pratau, der älteste, zuerst genannt 965, zum Schutze des Elbüberganges, ferner Wittenberg und Dobien, beide zuerst erwähnt 1180.
Gerade die Anlage der zwei Burgwarte Wittenberg und Dobien spricht dafür, daß damals und schon lange vorher die alte Handelsstraße über Wittenberg, wo sie eine ostwestliche kreuzte, durch das Dobiener Burgwartgebiet führte.
Nun aber beginnt ein Rätselraten.
Wie ging die Straße nach Norden weiter?
Da bestehen zwei Möglichkeiten, die uns durch die alte Flur- sowie alte Landkarten aufgedeckt werden.
Nach der Karte des Amtes Wittenberg von Sautter, die die Zustände um
1750 wiedergibt, die Sautterschen Karten unserer Gegend sind nur ein Abklatsche der von Schenk herausgebrachten – führte unsere Straße fast genau nach Norden, vermutlich an der „Krähe“ vorbei, berührte zuerst Grabo und dann in unserem Kreise nur noch Kerzendorf und ging weiter nach Belzig. – Bei dem stellenweise trostlosen Anblick, den sie heute bietet, ahnt man etwas von der beschwerlichen Art des Reisens in alter Zeit, wo Achsenbrüche (Holzachsen!) und ähnliche Annehmlichkeiten den „gefahren“- Werdenden wirklich „Gefahren“ brachten. – Diese Straße führt zwar nicht nahe am Wallberge vorbei, aber doch durch den Dobiener Burgwartbezirk, stand also unter dem
Schutze der Wallbergbesatzung.
     Doch finden wir auf ebenso alten Karten, z.B. der Karte des
Wittenberger Konsistoriums von Johann Ehrenfried Bierenklee (1749)
folgende Weiterführung: Wittenberg – Dobien – Nudersdorf – Straach – Großmarzehns – Raben – Belzig usw.
Dieselbe Straße ist auch auf der ersten preußischen Karte unserer
Gegend nach der Abtretung 1815 schon als Poststraße angegeben,
während die erstgenannte nur als Landstraße erscheint (gedruckt 1816).
Als Hauptstraße (Chaussee) hergerichtet wurde die Dobiener jedoch
erst um 1865.
Wir müssen sie uns mithin um 1750 genau so elend vorstellen wie die
andere. – Nun haben wir die Wahl zwischen beiden.
Da nach Dr. Helmut Schmidt Burgwarte „an Punkten, die seit langem
Verkehrs- und kultische Mittelpunkte waren“, gegründet wurden,
so hat die über Dobien führende Straße viel mehr für sich als die andere;
denn dann handelt es sich hier bei Dobien um um beides, um einen verkehrsreichen Ort und um eine Stätte der Gottesverehrung.
Zudem ist diese Straßenführung kürzer als die andere; endlich kommt durch sie auch der Burganlage des Rabensteins, an dessen Fuße der Weg vorbeiführt, eine erhöhte Bedeutung zu, obwohl der Rabenstein nie Burgwart war. Somit spricht alles mehr für die Straße von Wittenberg über Dobien und Straach.
Von ihr wird noch im fünften Teile die Rede sein.
     Das folgende gehört streng genommen nicht hierher; doch hat es sicher Reiz, einmal zu hören, wie die „Stadt“ beschaffen war, der die Reisenden auf der berühmten Straße zustrebten, wie der Geschichtsschreiber Adam von Bremen ums Jahr 1075 die alte Ostseehandelsstadt beschreibt, mag sie nun Vineta geheißen haben oder Wollin. Der Name „Vineta“ ist durch ein Verschreiben aus „Jumneta“ entstanden.
     Adam berichtet: An der Mündung (der Oder), wo sie sich ins Skytische Sumpfmeer (Ostsee) ergießt, bietet die prächtige Stadt Jumne den Barbaren (den Nordländern,Wikingern) und Griechen (griechisch = katholischen Russen) eine berühmte Heimstatt. Zum Ruhme dieser Stadt werden große und kaum glaubliche Dinge berichtet, daß ich darüber gern einiges mitteile.
Es ist entschieden die größte Stadt, die es in Europa gibt.
Die Bewohner sind Slawen und andere Völker: Griechen und Barbaren  
(siehe oben!). Auch die sächsischen Zuwanderer (also aus der Bremer
Gegend) haben gleiches Wohnrecht, sofern sie ihr Christentum bei
ihrem Aufenthalt nicht zur Schau tragen. Denn alle befinden sich
noch im heidnischen Irrglauben. Aber in Sitte und Gastfreundschaft
gibt es kein ehrlicheres und gütigeres Volk. Die Stadt strotz von Waren aller nordischen Nationen, und nichts geht ihr ab von den Annehmlichkeit und Seltenheit.
     Ob wohl diese „größte Stadt Europas“ mit ihren Strohbuden auch
so großen Eindruck auf uns Heutige machen würde? Wie anerkennend
spricht der christliche Bremer Domherr von den Sitten und der
Gastfreundschaft der heidnischen Slawen!
     Schließlich verdient auch noch erwähnt zu werden, daß auch der erste Hohenzollern auf der alten Südnordstraße einst in sein neu übernommenes Land zog. Dem Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg, dem späteren Kurfürsten Friedrich I. von Brandenburg, war zunächst die Statthalterschaft in der Mark Brandenburg übertragen worden. Er zog 1412 zum ersten Mal dorthin. Am 12. Juni war er in Leipzig und reiste dann über Düben, Kemberg, Wittenberg, Belzig nach Brandenburg, wo er am 21. Juni eintraf, auf dieser Reise sicherlich nicht ahnend, wie durch seine und seiner Nachkommen Tatkraft die verachtete „Streusandbüchse des Heiligen Römischen Reiches“ noch einmal das Kernland und der Kraftmittelpunkt Preußens und ganz Deutschlands werden sollte.

aus: Archiv des HV WB

   3. Die Walburg wird Wallburg
     Voretwa 1000 Jahren reichte Deutschland von den Rheingegenden
her nur noch bis an die Elbe-Saale-Linie. Das ganze heutige Ostdeutschland war nach der Völkerwanderung Slawenland, Wendenland geworden, unser Kreis ebenfalls. Da begann unter Kaiser Heinrich der I. (919 – 936)  und Otto I (936 – 973) 
die deutsche Rückeroberung dieses ursprünglich deutschen Ostens, die Kolonisierung und Germanisierung, die zu den schönsten Erfolgen führte und mit Recht als die Großtat des deutschen Mittelalters gilt.
     Um 940 ist unsere Heimatgegend von der Saale her bis zur Elbe
und Schwarzen Elster durch Markgraf Gero erobert worden.
Die Elbelinie spielte jetzt eine hervorragende Rolle. Nicht umsonst
wurde sie für damalige Verhältnisse außerordentlich gut durch viele
kleine Befestigungsanlagen gesichert; sie ging nie wieder verloren.
Wir hören in der frühesten Urkunde aus dem Jahre 965. Die über unsere Heimat berichtet, die Namen von 17 Burgwarten im Gau Rizizi, die fast sämtlich an der Westseite der Elbe liegen:Svsili (- Susili, jetzt Wüstung zwischen Klieken und dem Sieglitzer Berg),
Wörlitz, Grodisti (Burgstall bei Seegrehna?), Eutzsch, Pratau, Rackith,
Ressuzi (Kemberg oder bei Kemberg?), Trebitz, Klöden, Pretzsch,
Uuazgrinie (höchstwahrscheinlich Axien), Prettin, Dommitzsch, Elsnig, Zwetau, Torgau, Süptitz,
     Unser Wittenberg und Dobien suchen wir darunter vergebens.
Sie gabes damals noch nicht, wenigstens nicht als Burgwarte;
denn dort war noch slawisches, mindestens noch nicht festerobertes
deutsches Gebiet.
     Sonderbar, von den Burgen „An der Saale hellem Strande“ und
am Rhein sagt und singt alle Welt; die burganlagen an unserm
heimatlichen Strome kennen selbst die Leute aus der Heimat nicht
und wissen nichts von ihrer einstigen Bedeutung. An der Stelle
dieser Anlagen ragen heute vielerorts Schlösser gen Himmel. – War
denn der Teil unseres Kreises nördlich der Elbe bei diesen deutschen Eroberungen ganz vergessen worden? Sein Besitz scheint hin und her geschwankt zu haben. Jedenfalls kam er erst zwei Jahrhunderte später
zurzeit Albrecht des Bären (1134 – 1170) fest in deutsche Hände.
In einer Urkunde des Klosters Leizkau (zwischen Zerbst und Magdeburg)um 1187 werden in unseren Gegenden als Besitz des Klosters mit aufgeführt die Burgwarte Cossewig, Wittenburg, Dobin, Zane und Elster.Dies ist die erste Erwähnung von Dobien als Ort (auch von Wittenberg und Elster).
     Dobien stand hiernach in geistlicher Beziehung unter dem
Kloster Leizkau und hatte Abgaben dorthin zu leisten. Die
deutschen Befestigungsanlagen, die Burgwarte in den genannten
Orten, werden nicht lange vorher angelegt worden sein.
     In dieser Zeit des ersten Auftretens der vorstehenden rechtselbischen Burgwarte werden ferner genannt:
Niemegk, Rabenstein, Belzig, Wiesenburg u.a..
Alle diese „Burgen“  bezeichnen ein weiteres Vordringen der
Deutschen in slawisches Gebiet über die Elbelinie hinaus, sind
Meilensteine in der Rückeroberung des Landes zwischen Elbe
und Spree, wodurch die Elbelinie ihre Bedeutung einbüßte.
     Bei der Betrachtung der Landkarte fragt man sich unwillkürlich:
„Warum bekam in dem ganzen nördlichen Teile des Wittenberger
Kreises mit nur vier Burgwarten neben Wittenberg, Elster und Zahna
gerade Dobien einen solchen?“
Für die Anlage der Befestigungen an der Elbe war natürlich die Lage
am Flusse ausschlaggebend, so bei Wittenberg und Elster.
Sicher suchte man die Burgwarte einigermaßen gleichmäßig in der
Gegend zu verteilen. Das mag neben anderen Gründen für Zahna
wichtig gewesen sein. Da aber erscheint uns Dobien doch reichlich
nahe bei Wittenberg und weit ab von den nächsten weiter nach
Norden gelegenen Burgen Rabenstein und Niemegk.
Ob für Dobien nicht seine Bedeutung, die es durch das religiöse
Heiligtum wohl für die ganze Gegend einst besaß, und sogar
durch die ganze Slawenzeit hindurch bewahrt zu haben scheint,
ausschlaggebend geworden ist? Beachtenswert für die Wahl als
Burgwartort wird nebenbei noch die durch sein Burgwartsgebiet
führende und Schutz heischende Südnordhandelsstraße gewesen sein,
wie schon oben gesagt.

aus: Archiv des HV WB

   4. Wie sah ein solcher Burgwart damals aus?
      Er war nicht nur ein militärischer Stützpunkt mit einer kleinen deutschen Besatzung, sondern auch Sitz der deutschen Verwaltung. Mit dem Namen Burgwart bezeichnet man zweierlei, erstens eine Befestigung, zweitens den Verwaltungsbezirk, der einige umliegende Dörfer mit umfaßte.
     Die Befestigung müssen wir uns in der Ebene sehr einfach vorstellen: Man hub einen mehr oder weniger kreisrunden Graben aus; die ausgeworfene Erde bildete im Innern des Kreises am Graben entlang einen Wall, der dann durch aufgestellte Planken und Bohlen steilwandig gemacht wurde. Oben darauf errichtete man eine Bohlenwand. Das war die ganze Befestigung. Im Innern dieser Anlage erhoben sich armselige Strohbuden zum Wohnen. Zu Kriegszeit war Platz für das Vieh vorhanden, das man als wertvollsten Besitz schützte. An Ställe war es damals noch nicht gewöhnt.
     In hügeligem und bergigem Gelände wurden auch Höhen für Befestigung benutzt. Hier in Dobien war die Anlage auf dem heutigen Kirchberge; als letzte Zuflucht diente der kegelförmige Wallberg hinter der Kirche. Er war, wie der viele Lehm oben und die Form andeuten, wohl ein wenig erhöht und dann befestigt worden. Die dort aufgefubdenen Scherben weisen auf die Zeit etwa zwischen 1200 und 1400. Deutlich erkennt man noch jetzt den Graben um den Wallberg herum, wenn er auch gerade in letzter Zeit leider stark gelitten hat,
und den Damm außerhalb des Grabens. Da nämlich unmittelbar am inneren Grabenrande der steile Bergkegel in die Höhe strebt, warf man das beim Grabenbau ausgeworfene Erdreich nicht am Innen- sondern am Außenrand des Grabens auf und befestigte den so entstandenen Wall mit Pfahlwerk.Durch Holzversteifung werden hier die Wall- und die Grabenwände ebenfalls senkrecht hergerichtet worden sein, so daß ohne Wasser ein nicht zu verachtendes Hindernis entstand. Oben hat man den Hügel geebnet; er trug damals gewiß ein turmartiges Gebäude, dem Anschein nach nur aus Holz, Lehm usw.: wenigstens ist von Steinen keinerlei Spur mehr vorhanden.  Ähnlich wie hier beschrieben, müssen wir uns die „Städte“  des Städtegründers Heinrich I vorstellen. Zu umfangreichen Stadtmauern  usw.  nach späterer Art und Weise und zum Bau größerer Ortschaften, die sich mancher fälschlich den heutigen Städten ähnlich denkt, wäre in seinen neunjährigen Waffenstillstande mit den Ungarn bei den damaligen Arbeitsmitteln nicht Zeit gewesen. Beachtenswert ist in diesem Zusammenhange die Angabe Thietmars von Merseburg über die Anlage der Befestigung von Liubusua (Lebusa)  innerhalb von 14 Tagen.                 
                

aus: Archiv des HV WB

5.  Kampf der Wittenberger am Wallberg
    
Schon um das Jahr 1200, zur Zeit Herzog Bernards, des Sohnes Albrecht des Bären, unternahmen die Wittenberger Bürger – es wird eine recht geringe Zahl gewesen sein; denn Wittenberg war damals noch sehr klein ; – einen Kriegszug gegen die Dobiener Burganlage, weil der dortige Ritter mit seinen Knechten die auf der alten Handelsstraße nach der Ostsee hin und her reisenden Kaufleute beraubte und damit den Verkehr über Wittenberg arg schadete. Auf eine lange Belagerung ließ man sich zu der Zeit nie ein. An eine Überrumpelung wird kaum zu denken sein, da die Dobiener in so gefährlichen Zeiten und bei schlechten Gewissen sicher auf ihrer Hut gewesen sein werden. Wenn die Wittenberger trotz der verhältnismäßig starken Befestigung die Burg einnahmen, so kann
das nur ihrem herzhaften Angriffsgeiste zugeschrieben werden.
Wir Wittenberger von heute können die Reste der Burganlage daher mit einem gewissen Stolz auf unsere heldenmütigen Vorfahren betrachten.
     Sonderbar berührt, daß es bereits in jenen Zeiten Raubritter gegeben haben soll. Sie kamen doch erst nach der Glanzzeit des Ritterwesens auf, die zwischen 1100 und 1300 lag, also nach 1300. Es handelte sich hier um Räubereien, wie sie vor der eigentlichen Raubritterzeit eben vereinzelt vorkamen. In Dobien wurden schließlich die zum Schutze der Handelsstraße Berufene zu ihren größten Schädigern. Man hatte den Bock zum Gärtner gesetzt.

Wallberg 1964
aus: Archiv des HV WB

  6. Der Sitz der adligen Famile „von Dobien“ am Wallberge (?)
     Ob die ritterliche Familie „von Dobien“, die im Mittelalter in unseren Heimatgegenden eine Rolle spielte, ihren Stammsitz in Dobien hatte, wie es scheint, oder ob sie aus dem anhaltischen Dorfe Düben oder der Stadt Düben stammt, wird sich schwer entscheiden lassen. Doch spricht vielmehr für Dobien als für die anderen Ortschaften; denn die Glieder dieser Familie treten auf unter den verschiedenen Schreibweisen: Dobin2) (1179), Dobyn, Dobbin, Dobbyn, Tobin, Thobin (Dübin 1262), während die beiden Düben in diesen alten Zeiten vorkommen in den Schreibweisen: Duben (1197), Dibene, Dybene, Dubene, Dybin (Düben 1348).
     diese beiden Gruppen der Namensformen scheinen unser Dobien deutlich von den beiden anderen unterscheiden zu lassen. Somit darf man wohl nicht ohne weiteres die Fanilien „von Düben“ mit denen „von Dobien“ gleichsetzen, obgleich Zusammenhänge möglich sind. Die letzten (eingeklammerten) Schreibungen könnten noch am ehesten Zweifel aufkommen lassen, kommen jedoch in den mir vorliegenden Urkunden nur einmal vor, dazu erst in etwas späteren Jahren, sind darum nicht ausschlaggebend.
     Aus der Familie „von Dobien“ treten folgende Vertreter auf:
Otto (Urkunde des Bischofs von Halberstadt) 1179
Otto (Halberstädter Domherr) zwischen 1186 und 1232
(Ob es sich bei beiden um dieselbe Person handelt?)
Werner zwischen 1194 und 1249
Gumbert 1197
Albert (Meißner Domherr) 1230
Dietrich oder Theodorich, erscheint als Magdeburger Domherr
zwischen1228 und 1242, in anderer Würde (Cantor)
zwischen 1245 und 1258
Otto (Magdeburger Domherr) zwischen 1267 und 1271.
Da diese adlige Familie aus Dobien stammen wird, so werden es Glieder der an und auf dem Wallberge ansässigen Familie sein.
     Wenn in alten lateinischen Urkunden zwischen Vornamen und Familiennamen das Wörtchen „de“ (= von, aus) steht, so ist durchaus nicht gesagt, daß es sich um eine adlige Familie handelt. Oft steht zwischen beiden Namen bei solchen, die bestimmt als adlig nachweisbar sind, kein „de“.
     Aufblühende Städte zogen Landbewohner an, ja sogen ganze Dörfer auf, die wir in der Nähe der betreffenden Stadt nur noch als Wüstungen kennen (z.B. bei Wittenberg: Schmalbeck, Annendorf).
So tritt 1340 im Wittenberger Stadtbuche ein „Petrus de Dobbin“, auf;
entweder ist es ein Glied der obigen adligen Familie, oder es handelt sich um einen ganz gewöhnlichen „Peter aus Dobien“, wie es dadurch
wahrscheinlich wird, daß um diese Zeit auch ein „Arnoldus de Smedeberch“ (aus Schmiedeberg) und ein „Paulus de Boldenstorp“
(aus Apollensdorf)erscheinen, also aus Ortschaften, die wohl keiner adligen Familie den Namen gegeben haben. Es war die Zeit, da noch nicht zwei Namen für jeden Menschen üblich waren, da der Vorname allein noch ausreichte. Durch solche Bezeichnungen und Unterscheidungen – weil es schlißlich in einem wachsenden Orte zu viel Peters oder Arnolde usw. gab -, wurden mit der Zeit Ortsnamen zu Familiennamen.
           

vom Wallberg – Blick zur Kirche
aus: Archiv des HV WB

7. Der Wallberg unter Wittenbergs „Herrschaft“
     Um 1300 war bei oder auf dem Wallberge bereits eine Kirche, wahrscheinlich schon lange vorher, da in der Regel jeder Burgwart eine Kapelle für die deutschen Krieger hatte.
1301 erfolgte ein Besitzwechsel. Dorf und Kirche gingen durch Schenkung der Witwe des Herzogs Albert II (der 1298 in einer Schlacht gefallen war), namens Agnes, und ihres Sohnes, des Herzogs Rudolf der I, in den Besitz des Wittenbergers Hospital zum heiligen Geist über. Dieses sollte dafür alljährlich Gedächtnisfeiern für Herzog Albert abhalten. Das Hospital lag in der Gegend des heutigen Lutherhauses. Es sollte von nun an zehn Arme mehr als bisher aufnehmen und am Gedächtnistage alle seine Insassen neu kleiden sowie festlich mit Hühnern, Fischen und Semmeln bewirten. Semmeln? Zu dieser Zeit war die aus Amerika stammende Kartoffel natürlich vollständig unbekannt. An ihrer Stelle gab es bei den Mahlzeiten Brot. Um jedoch das alljährliche Gedächtnismahl festlicher zu gestalten, wurden von den fürstlichen Stiftern Semmeln vorgeschrieben.
     Der letzte Rest des eben beschriebenen Besitzwechsel ist das Patronatsrecht über die Dobiener Kirche, das der Wittenberger Magistrat noch heute ausübt, wobei wir offen lassen, wann und
wie dieses Recht vom Hospital zum heiligen Geist an die Stadt übergegangen ist.

der Burggraben
aus: Archiv des HV WB

8. Dobien kommt zum Amte Wittenberg
    
Die alten Gaue aus der Slawenzeit verloren nach und nach
an Bedeutung; ihre Namen wurden vergessen. Wittenberg
und Dobien scheinen zum Gau Ciervisti(Zerbst) gehört zu haben.
Es entstanden neue Verwaltungskörper, die Vogteien, Pflegen
oder Ämter. Vielfach wuchsen sie aus mehreren – oft zwei – Burgwartbezirgen zusammen.
Aus den beiden Burgwarten Wittenberg und Dobien entstand
entstand auf solche Weise später – aber lange vor 1500 – das
Amt Wittenberg.

Blick von der Dorfstrasse
aus: Archiv des HV WB

9. Noch ein Streitfall über den Wallberg
sei zum Schlusse angeführt. Kurz vor 1700 war der Dobiener Wallberg schön bewaldet. Der Damalige Dobiener Pfarrer Johann Friedrich Montanus berichtet am 18.Januar 1699, daß der „Wahlberg“ durch seinen Baumwuchs geradezu „des Dorfes einzige Zierde“ gewesen sei. Gewesen sei? Ja, leider hatten die Bauern allerlei Gehölz, auch Eichen, dort niedergeschlagen, obwohl ihnen das vom Wittenberger Rat schon unter dem Vorgänger des Pfarrers verboten worden war. Am 23. März 1700 berichtet Montanus dem Rat, daß bisher „bereits 50 Schock Erlen- und Birkenholz, 12 Schwelleichen, 16 kleine Eichen auf dem Wallberge geschlagen worden seien und man jetzt wieder Erlen und Birkenholz zu fällen angefangen habe“.
Jedenfalls – und das scheint die Hauptsache zu sein – verlangt der Pfarrer als Besitzer zweier Hufen auch einen Anteil. Als nun der Rat entscheidet, die Bauern seien dem Pfarrer seinen Anteil zu geben verpflichtet, widerspricht der Dobiener Schulze:
Der Pfarrer bekommt nichts! – Leider erfahren wir nicht, wie dieser Streit ausgelaufen sein mag.
     Heute zieren wieder eine Anzahl Eichen den Wallberg, den altehrwürdigen Zeugen aus Dobiens grauer Vorzeit, besonders aus der Zeit der alten germanischen Sonnenreligion und der Wiedereindeutschung des Ostens.

aus: Archiv des HV WB

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Bilder Wallberg

um 1910 – PK Ziegelei und Wallberg dahinter Kirche
aus: Archiv des HV WB
1964 Wallberg
aus: Archiv des HV WB
1964 Wallberg
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
aus: Archiv des HV WB
Wallberg Dobien
aus: Archiv des HV WB
Dobiener Denkmal mit Sicht zum Wallberg
Dobiener Denkmal mit Sicht zum Wallberg
2021 Wallberg (unschön anzusehen, ungepflegt)
privat

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aus: Dobiener Chronik von A. Stadelmann

,,Die 8 oben stehenden Eichen hat 1878 der Pappenfabrikant
Eduard Schumann gestiftet und pflanzen lassen“

aus: Freiheit, 6. April 1979 von Günter Göricke

Aus urgeschichtlicher Zeit und aus dem Mittelalter gibt es im Kreis zahlreiche, noch heute sichtbare Bodenaltertümer, die sogenannten Bodendenkmäler.
Im wesentlichen handelt es sich hierbei um Hügelgräber, Grabanlagen aus der jüngeren Bronzezeit und Burgwallanlagen aus dem Mittelalter.
Der Wallberg in Dobien, einem Ortsteil von Reinsdorf, ist eine solche mittelalterliche Burgwallanlage, und sogar ein Paradestück.
Weit im Umkreis gibt es keinen so großen und gut erhaltenen Burghügel.
Der Schloßberg bei Meuro ist ein sehr ähnlicher Burghügel, der aber vermutlich nie vollendet wurde. (1)

Der Wallberg besteht aus einer künstlich abgeböschten Anhöhe, dem Turmhügel, mit umlaufendem Graben und davorliegendem Wall.
Der anschließende Friedhof ist nur durch einen Graben von dem höheren Burghügel getrennt.
Ein Wall ist hier nicht zu erkennen, daraus ist zu schließen, daß der heutige Friedhof, oder ein Teil desselben, eine Vorburg gewesen ist,
in der sich der Wirtschaftsteil und die Unterkünfte für die Burgmannschaft befanden.
Auf dem Hügel stand ein fester, sicher aus dicken Eichenstämmen erbauter Wehr- und Wohnturm, als letzter und sicherster Verteidigungspunkt.
Eine stabile Palisade aus dem Material dürfte auf dem Wall und um die Vorburg gestanden haben.
Solche Burgen wurden in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet.
Tatsächlich fällt auch die erste Erwähnung in diese Zeit.

1179 wird in einer Urkunde ein Otto de Dobin genannt.

Für die Bedeutung dieser Burg spricht eine Urkunde des Klosters Leitzkau um 1187, in der neben den Burgwarden Coswig, Wittenberg, Zahna und Elster ein „burchwardum Dobien“ aufgeführt wird.
Burgwarde waren Verwaltungszentren über bestimmte Gebiete und gleichzeitig militärische Stützpunkte.
Dies trifft uneingeschränkt auch auf die Burg Dobien zu, an der zwei Nordsüdhandelstraßen vorbeiführten.
Es war u.a. Aufgabe solcher Burgen, die Sicherheit auf den Straßen zu gewährleisten.
Diese Schutzaufgabe legte der Dobiener Burgherr mit
seinen Mannen bald recht eigenwillig aus und überfiel so manchen Kaufmannswagen.
Lange ließen sich die Wittenberger solche Raubrittereien nicht gefallen. Um 1200 kam es zum Sturm und zur Zerstörung der Burg.
Damit war auch der Wegelagerei der Dobiener Burgherren ein Ende gesetzt. (2)
Eine Kirche oder eine Kapelle war in dieser Burg sicher schon von allem Anfang.
Im Jahre 1301 gingen Kirche und Dorf in den Besitz des Wittenberger Hospitals zum heiligen Geist über.
Noch lange übte die Stadt Wittenberg das Patronatsrecht über die Kirche Dobien aus.
Wann dieses Recht vom Hospital an die Stadt übergegangen ist, bleibt offen. (3)
(1)Paul Grimm „Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg“, Berlin 1958.
(2) A.M. Meyner „Geschichte der Stadt Wittenberg“, Dessau 1845.
(3) Paul Hinneburg „Der Dobiener Wallberg“, Wittenberger Tageblatt vom 1. und 2. Februar 1936

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1941.07.31. Wittenberger Tageblatt

Vom Mummelsee, Riesen- und Wallberg

Ein kleiner Streifzug durch die Fluren unseres Heimatkreises, er stammt aus der Feder von Konrektor i.R. Arno Stadelmann

Wer kennt von den Wittenbergern den Mummelsee?
Wo liegt er? Was ist mit ihm?
Er liegt dicht bei Reinsdorf in dem ehemaligen Rothemärker Wald.
Er ist kein mehrtausendjähriges Gewässer, sondern das Bett eines
in den siebziger (1870er) Jahren eröffneten und nach einigen
Jahren wieder eingestellten Kohlentagebaus.
Die Kohle wurde auf Feldbahnen nach der Verladestelle an
der Belziger Straße gebracht und auf Wagen weiterbefördert,
sogar bis Dessau.

Der Riesenberg liegt auf der Wittenberger Tonmark,
von Wittenberg aus westlich der im Jahre 1867/68 gebauten
Belziger Landstraße. Die kleine Anhöhe war früher dicht mit
wilden Rosen- und Schlehensträuchern bewachsen.
Vor Zeiten lebte in hiesiger Gegend ein Mann, zwar schwachsinnig,
aber mit Riesenkräften ausgestattet. Man nahm ihn in Anspruch bei besonders schwierigen Arbeiten, z.B. beim Heben von großen Natursteinen oder zur Beseitigung von Eichen aus dem Sumpfgebiet.
Im dichten Gesträuch des Berges hatte er sein Nachtlager aufgeschlagen, er der Riese, wie er allgemein genannt wurde,
und nach ihm hat der Berg seinen Namen.
– Dies nach mündlicher Überlieferung.
Im Jahre 1860errichtete der Wittenberger Gastwirt Mittmann
hier oben eine Gastwirtschaft. Der jetzt auch verfallene
Bierkeller befand sich an der Nordseite des Hanges.
Im Jahre 1864 bewirtete der Wirt die aus dem Dänischen
Kriege heimkehrende Artillerie.
Nach mehreren Jahren stellte er den Betrieb ein und ließ das
Gasthaus abbrechen.
Auf dem Berge wächst die seltene Küchenschelle
Pulsatilla vulgaris.
Diese Giftpflanze steht unter Naturschutz.

Der Wallberg in Dobien auf dem Albrecht der Bär eine Burg
bauen und mit einem tiefen Wallgraben umgeben ließ,
ist heute unter Denkmalschutz gestellt.
Auf dem Berge pflanzte der Fabrikbesitzer Eduard Schumann
Dobien acht Eichen. Von diesen hat man die Mittelste beseitigt.
Und so trägt man sich mit dem Gedanken, wie ich hörte, den
Berg in „Siebeneichenberg“ umzutaufen!
Weshalb denn?
Die Burg wurde bewohnt von den Rittern van (es steht „van“ geschrieben) Dobbin – Tobin – Tobbyn.
Da diese Herren die Wittenberger Kaufleute auf ihrem Zuge
nach Belzig – Brandenburg und von dort zurück öfter überfielen
und beraubten, zog eine stark bewaffnete Wittenberger
Bürgerschar nach Dobien und zerstörten die Burg.
Die Ueberreste haben die Einwohner gewiß zum Bauen ihrer
Gehöfte benutzt. Aus einem Teil der Ueberreste wurde eine Wallfahrtskapelle gebaut, die viel besucht wurde.
(Lies Pfarrer Bölke: „Nöte des Flämings.“)
Viele der Herren von Dobien waren später hohe geistliche Würdenträger, andere reiche Kaufherren. Letztere haben
sich später in Estland angesiedelt.
Zuletzt waren sie als Landschaftsräte tätig.
Während des Weltkrieges (gemeint ist der 1. Weltkrieg)
mußte der letzte des Geschlechts das Land verlassen.

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