12. Dobiener Werke

Dobiener Werke 1933

aus Wittenberger Zeitung vom 23. Dezember 1933
Unser Heimatland von A.Stadelmann

Wenn man sich ein Jahrhundert zurückversetzt oder auch nur 40 bis 50 Jahre, wie ganz anders sah es aus in unserer engeren Heimat, besonders im Fläminggebiete.
In den Dörfern gab es noch viele mit Stroh gedeckte Häuser, die nicht selten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammten.
Die Hofräume und Ställe waren vielfach eng und muldenförmig, vielfach ungepflastert, recht unwirtlich. Und da,  wo sich heute große reichtragende Feldmarken ausbreiten, wo herrliche Wiesenflächen nicht nur das Auge des Beschauers entzücken, indem sie das Landschaftsbild so angenehm beleben, sondern auch dem Besitzer reiche Erträge liefern, da war ehedem recht unwirtliches Gelände, teilweise im Urzustande, vielfach völlig unzugänglich wegen der Stauwässer, die seit ewigen Zeiten standen, weil man ihnen keinen Abfluß verschaffte.
Gehen wir auf den Anfang zurück.
Spekulative Leute hatten schon immer ein besonderes Interesse an der Löbigke.
Im Jahre 1840 kaufte Pinkert aus Wittenberg einen Teil an, baute hohe Trockenschuppen und legte regelrechte Torfstiche an. Er beschäftigte zirka 30 Arbeiter, welche dem Torfmeister Adler aus Dobien unterstellt waren.
Bei den Arbeiten wurden eine Anzahl starker Eichen zutage gefördert, deren schwarzes konserviertes eisenfestes Holz von den Tischlern gern gekauft wurde.
Der Stechtorf, dieses so wertvolle Brennmaterial, namentlich in damaliger Zeit, wurde in der Umgegend verkauft.
Die Torfstiche lagen mehr in der Mitte der Löbigke.
Im Jahre 1855 kaufte Salzmann aus Wittenberg, später Salzmann-Förster, Berlin noch Gelände an, nachdem sie sich durch Bohrungen von dem Vorhandensein ergiebiger Kohlenflöße, die allerdings schräg einfielen, überzeugt hatten. Mit 1 – 2 Meter Abraum wurden diese freigelegt und die Kohle im Tagebau gefördert. Die Arbeiten, bei denen 30 Arbeiter tätig waren, leitete Schachtmeister Gottlieb Lehnert, Reinsdorf und der sachkundige, rührige Steiger Christian Korbien aus Dobien, später Grunewald. Bei den Erdarbeiten wurden vielfach 15 – 20 Strafgefangene aus Wittenberg unter Aufsicht des Kriminalwachtmeisters Eidiner beschäftigt. Sie erhielten 40 Pfennig Tagelohn, 20 Pfennig bar und 20 Pfennig wurden auf Brot gerechnet.
Neben Salzmann und Förster tauchten auch bald der Steiger Erich auf, der Vater von Gustav Erich, dem Neuerbauer der Talmühle. Er war vorher tätig in der Andreeschen Kohlengrube in Reinsdorf.
Erich kaufte Grundstücke vom Hüfner Lehmann, Teuchel und legte ebenfalls einen Tagebau an. Er beschäftigte auch 30 Arbeiter. Die teilweise recht stark auftretenden Wassermassen bei den Arbeiten wurden damals noch mit Handpumpen beseitigt.
Im Jahre 1860 kaufte die „Dessauer Credit Bank“ Gelände an und
ließ 30 Meter tiefe Schächte anlegen. Das Wasser wurde mit 7 Dampfpumpen beseitigt. 
Diese neue Anlage hatte für die beiden Anlieger den Vorteil, daß sie das Wasser aus ihren höher gelegenen Schächte mit los wurden und nun tüchtig Kohle  fördern konnten. Diesen Vorteil sollten sie aber nicht lange genießen und daran waren sie selbst schuld, indem sie den Nachbarn die angemessene Entschädigung für ihre Leistung verweigerten.
Bei den Dessauern war der Häusler Christian Lieder aus Dobien Maschinist, bei den anderen sein Sohn Johann Vorarbeiter.
Eines Tages sagte Lieder sen. zu seinem Sohne:
„Du, paß auf, ihr müßt bald einpacken, der Steiger Lorenz läßt euch versaufen!“.
Und richtig, bald konnten sich die Besitzer der Tagebauten vor Wasser kaum retten. Als sie aber trotzdem bei ihrer Weigerung beharrten, so änderten sich die Verhältnisse nicht, und so gaben sie den Betrieb auf.
Erich ging als wohlhabender Mann nach Gniest und kaufte sich dort an. Nun wurden die Tagebaue von den Dessauern erworben. Aus den Schächten wurde die Kohle mittels Haspel befördert.
Im Jahre 1869 stellte auch diese Gesellschaft den Betrieb ein, weil  ihnen die Wasserverhältnisse zuviel zu schaffen machten.  
Zwei Jahre herrschte Ruhe im Gelände.
Da war es die bekannte Weltfirma Statien und Becker, Pächter der Bernsteingruben auf der Halbinsel Samland, die den ganzen Betrieb erwarb und ihn durch Ankauf neuer Grundstücke beträchtlich erweiterten.
Die neue Firma entfaltete eine großzügige Tätigkeit. Ihr kam es darauf an, neben der Kohle auch die gewaltigen Tonlager auszubeuten und Steine zu fabrizieren. Zu diesem Zwecke ließen sie acht deutsche Ziegelöfen bauen, Öfen, die zum großen Teil in der Erde standen. Die Steine hierzu lieferte die derzeitige Ziegelei auf der Kolonie Mochau von Löwe. Auch wurde der schon oben erwähnte Zugangsweg, der durch das Gelände führte, angekauft.
Unter Leitung des Obersteigers Schwennicke wurden Schächte angelegt, gewaltige Kessel und Maschinen aufgestellt, damit man erst einmal des Wassers Herr wurde.
An Stelle der deutschen Öfen wurde gar bald, es war in den Jahren 1876 bis 1878, in der Nähe und Richtung der Belziger Straße, zwei große Gasringöfen gebaut und hohe Schornsteine errichtet. Bei der Firma arbeiteten ständig 60 bis 70 Maurer.
Für die Einwohner in Dobien und die umliegenden Ortschaften brach eine neue Zeit an.
Viele fanden bei regelmäßiger Arbeit lohnenden Verdienst, den damaligen wirtschaftlichen Verhältnissen entsprechend 1 Mark bei einer Tagesleistung von früh 6 Uhr bis abends 6 Uhr.
Besondere große Baracken dienten zur Aufnahme fremder Arbeiter, Polen, besonders aber Lipper (gemeint sind Litauer) unter einem besonderen Meister. Dreihundert Arbeiter waren tätig. In dieser Zeit blühte namentlich der an der Belziger Chaussee an der Grenze von Teuchel, Dobien und Reinsdorf gehörige Gasthof „Stadt Brandenburg“, im Volksmunde „Letzte Groschen“ genannt, auf.
Der  Besitzer Franz Strömer und seine Frau geborene Strentzsch aus Wittenberg, verstanden es ausgezeichnet, sich den günstigen Verhältnissen vorteilhaft anzupassen.
Mit der Gastwirtschaft verbanden sie eine flottgehende Bäckerei, außerdem unterhielten sie zwei Gespanne Pferde zum Personen- und Frachtverkehr.
In dieser Zeit haben auch die Einwohner von Dobien, Heinrich Studer, Karl Schüßler, Waigandt, Friedrich Angelroth und Friedrich Gätzschmann durch regelmäßige Kohlenabfuhr mit ihren eigenen Gespannen in die nähere und weitere Umgegend, bis nach Dessau, schönes Geld verdient.
Von der Grubenverwaltung selbst wurden 14 Gespanne gehalten. Die Kohle war gut, sie wurde teilweise in großen Stücken zu Tage gefördert.
Im Jahre 1879 am 24. Mai verunglückte tödlich der junge Maschinist Wilhelm Lehnert aus Reinsdorf, er geriet in das Getriebe und wurde arg zerstückelt. Ihm folgte leider in demselben Jahre sein Vater Gottlieb, es war am 15.Dezember.
Er, als Sprengmeister, wollte gefrorene Sprengpatronen am heißen
Ofen auftauen lassen, und da geschah der gräßliche Unfall!
Im Jahre 1880 wurde unter Leitung des Obersteigers Borkenstein der große Moritzschacht am Fuchsberg angelegt. Dieser war 40 Meter tief.
Zu ihm führte eine von Bergmann Wilhelm Buder angelegte 40 Meter lange schiefe Ebene, die später um 12 Meter vertieft wurde. In dem großen Maschinenhause am Abhange des Fuchsberges waren 7 große Dampfkessel, ein Dampfsammler, ferner 200 und 400 pferdige Maschinen und Pulsometer in Tätigkeit.
Der junge Borkenstein wird als ein außerordentlich fachkundiger, gewissenhafter, wohlwollender Beamter gerühmt.
Öfter mußte er dem Drucke der Direktion nachgeben und mehr
liefern, als zur Aufrechterhaltung eines sachgemäßen, sicheren
Abbaues nötig war. Er mußte Raubbau treiben!
Die von ihm befürchteten und öfter vorausgesagten schlimmen
Folgen blieben denn auch nicht aus.
Die Arbeiten im Schacht wurden immer gefahrvoller, denn die Wassermassen, vielfach mit Triebsand vermischt, nahmen überhand
und konnten kaum bewältigt werden. Hier sei folgendes beigefügt, Borkenstein, dieser pflichttreue Mann, hatte das Unglück, daß ein Junge in einen Schacht fiel und erstickte. Borkenstein bekam ein halbes Jahr Gefängnis!
Ein andermal verfielen die Arbeiter Gremer und Dannenberg aus Dobien und Damm aus Wittenberg. Borgenstein wurde abermals vor Gericht gestellt. Die Gerichtsverhandlung dauerte lange und war sehr aufregend, aber auch interessant insofern, als mehrere technische Vorrichtungen im Gerichtssaale aufgebaut waren, deren Zweck und Handhabung den Richtern vor Augen geführt wurden. Als Sachverständiger fungierte Oberbergrat Hecker aus Halle. Der Staatsanwalt beantragte vier Jahre Gefängnis.
Durch den tüchtigen Verteidiger, Rechtsanwalt Wölfel, Merseburg, Vater des ehemaligen Hauptmann Wölfel bei den Zwanzigern in Wittenberg, wurde Freispruch erzielt.
Borkenstein gab seine Stelle in Dobien auf und wanderte nach
Rußland aus. Bald aber wurde er von der Firma zurückgeholt und in deren Bernsteingruben in Palnicken eingestellt. Auf den hiesigen Werken nahm Obersteiger Richter seine Stelle ein. Er mußte ebenfalls dem Drucke der Direktion nachgeben und so trat bald ein, was Borkenstein vorausgesagt hatte, der große Schacht und mit ihm die anderen „ersoffen“.
Der Moritzschacht am Fuchsberg wurde mit doppelten Bohlen zugedeckt, ein anderer Schacht blieb offen.
Nur der mehr nach Nordosten liegende Schacht blieb im Betrieb.
Im Jahre 1885 wurde das Werk an den Bankier Ebers, Berlin,
verkauft, der seinen Neffen Georg Evers und Alexander von Krottnauer zu Direktoren einsetzte.
Das Werk erhielt Bahnanschluß an die Eisenbahnlinie bei Klein Wittenberg.
Von Evers ging das Werk 1889 in den Besitz des Bankiers Ludwig Kappel, Berlin, über. Dieser stellte Franz Marquardt, einen geborenen Magdeburger, als Direktor ein.
Marquardt brachte den Betrieb tüchtig in Schwung.
Er ließ zunächst alle notwendigen Reparaturen vornehmen, die Schornsteine erhöhen und im großen Steine herstellen.
Brennmeister war der Häusler Franz Schreiber, Dobien.
Der Ton wurde aus dem großen Tonschacht an der Dobien-Teucheler Grenze mittels Seilbahn über das Schüßlersche und das dem Ortsvorsteher Studer gehörige Feld nach den Pressen geleitet.
Der Schacht hinter dem Fuchsberg, der den Namen Olga nach der Frau des Direktors erhielt, wurde in Betrieb erhalten vom Obersteiger Müller und dem alten bewährten Steiger Christian Korbien.
Der Schacht selbst war 25 Meter tief und der Sicherheit halber mit starken Eisenschienen versteift.
Die Strecken liefen nach Nordosten und Osten.
Ich selbst habe diese, dunkeln dumpfen Gänge mit meinem alten guten Freunde Korbien durchwandert.
Auf einer starken Leiter wurde der Ab – und Aufstieg vollzogen.
Im Maschinenraum oberhalb war der Häusler Friedrich Lehnert, Reinsdorf, tätig.
Nach mehreren Jahren mußte auch der Betrieb des letzten Schachtes der Wassergefahr wegen eingestellt werden. Otto Korbien aus Dobien kaufte Schornstein und Kesselhaus, brach alles ab und verwandte die Steine zum Aufbau seines schönen Wohnhauses.
Neue große Tonlager wurden erschlossen auf den angekauften Grundstücken des Häuslers Gottfried Schering, Dobien.
(Urgroßvater des „Dobieners“)
Der Ton wurde mittels Feldbahn, die lange Zeit von dem Häusler Friedrich Schmidt, Reinsdorf, geführt wurde, an Ort und Stelle
befördert wurde. Schacht- und Sprengmeister war der umsichtige, gewissenhafte und fleißige Häusler Johann Lieder aus Dobien.
Gesprengt wurde mit Dynamit, später mit Westfalit.
Das Gewölbe zur Aufbewahrung des Sprengmaterials befand
sich im Fuchsberg.
Die Dobiener Steine waren von vorzüglicher Qualität, wie sie
es auch heute noch sind.
Sie brauchten allerdings 1400°C Hitze, während die Nudersdorfer
und Bitterfelder nur 800°C  benötigten.
Bei einer Jahresproduktion von fünf Millionen gingen die Steine
viel nach den großen Städten, namentlich nach Berlin.
Auch beim Bau des Nord – Ostseekanals fanden sie Verwendung.
Der Preis pro Mille schwankte zwischen 25 – 40 Reichsmark.
Auch wurden die allegorisch Plastiken hergestellt.
Figuren, welche die durchgeführte Personifikation abstrakter Begriffe
in der Kunst darstellen:
Religion,
Liebe,
Gerechtigkeit,
Krieg,
Frieden,
Frühling
usw. werden als lebende Wesen handelnd und redend
gestaltet.
Zwölf dieser Kunstwerke zieren das Reichstagsgebäude in Berlin.
Hier in der Heimat sind solche noch zu sehen im Kreisgarten zu Wittenberg und im Garten des verstorbenen Meister Puff in Reindorf, Dobiener Weg Nr.4.
Direktor Marquardt ließ auch die kahlen Rücken mit Kiefern aufforsten. Das geschah unter der sachkundigen Leitung des Häuslers Eduard Zäper, Schmilkendorf.
Die Schonungen entwickelten sich recht gut. Sie belebten das gesamte Landschaftsbild nicht nur angenehm, sondern sie boten auch dem Wilde gute Deckung.
Die jagdlichen Verhältnisse besserten sich sehr, es fand sich Rehwild als Standwild ein, und in einem Jahre hatte der Jagdpächter das Glück, sechs gute Böcke zu erlegen.
War das ein reges Leben auf den Werken!
Früh 5.45 Uhr rief die Fabrikpfeife die vielen Arbeiter zur Arbeit, die dann pünktlich um 6 Uhr begann.
Direktor Marquardt war zwölf Jahre lang hier tätig.
Er kannte das Terrain ziemlich genau und wollte nach dem vorhandenen Bohrplan, der später aber abhanden gekommen ist, weitere Tonlager erschließen.
Von dem neuen Besitzer, Gumpel, Berlin, wurde ihm deutlich zu verstehen gegeben, daß er nicht genug Fachmann sei, um den Betrieb weiterhin rentabel zu gestalten.
Er räumte deshalb das Feld und übernahm die Teuchler Ziegelei am 01.März 1902 unter der Firma Beutel und Marquardt.
Der neue Besitzer war der Meinung, man müßte es nur richtig anfassen, um den Betrieb leistungsfähiger zu gestalten.
Er stellte den Direktor Löser ein, einen jungen Mann von 25 Jahren.
Der ging nun sehr großzügig zu Werke,
Ein neuer Kohlenschacht wurde angelegt, aber sein Betrieb bald wieder eingestellt.
Neue kostspielige Brennöfen (Patent) wurden unter der Leitung des Bautechnikers Thondorf, Wittenberg, gebaut und zwar zur Fabrikation von Glasursteinen und Figuren.
Die Sache funktionierte leider auch nicht, und so waren die ganze Weisheit und die bedeutenden Kosten vergebens.
Eine Unlust bemächtigte sich der Arbeiter.
Die, welche unter Marquardts Leitung manchmal gemurrt hatten, hörte man öfter sagen:
„Wenn doch bloß Marquardt wieder käme“.
Löser wurde von Hempel auf Schadensersatzleistung verklagt, er hat aber den Prozeß gewonnen.
Nach Gumpel war Lindner, und dann Oberförster a.D. Hähnert Besitzer der Werke.
Hähnert stellte den Obersteiger Ericht ein. Dessen Gutachten lautete dahin, daß der neu anzugreifende Bergbaubetrieb nur mit erheblichen Kosten 36 000 bis 40 000 Reichsmark aufrecht zu erhalten sei.
Und bald stand der Betrieb wieder still.
Das Werk wurde dann übernommen von der Hannoverschen Kreditanstalt, die Hypothekengläubigerin war.
Von dieser Gesellschaft erwarb es eine Bromberger Firma, die während der Kriegsjahre eine Anlage schuf zur Erzeugung von Futtermitteln aus gekochtem, gebeizten Stroh, eine bräunliche Masse von sehr zweifelhafter Qualität.
Bald stand der ganze Betrieb wieder still.
Im Jahre 1917 kaufte Bauunternehmer Köppe, Wittenberg, das Werk für 90 000 Reichsmark.
Er ließ den großen Schornstein niederlegen, den großen Brennofen und die Wohn- und Wirtschaftsräume abbrechen.
Seit 1920 ist die Firma Mücke,  Dobiener Bergbau, Besitzer.
Durch Direktor Otto wurden vielfach Bohrungen vorgenommen.
Der Bohrmeister aber verließ gar bald das Feld seiner Tätigkeit!
Nun trug man sich mit dem Gedanken, die Ziegelei wieder aufzubauen, und auch der Aufschluß der Kohlengrube begann.
Den Teichen wurde Abfluß verschafft, und so der Wasserspiegel bedeutend gesenkt, die Abraummassen dienten zur Eindämmung eines großen Teiles des untersten Teiches.
Es wurde ein Zick-Zackofen gebaut und eine Presse neu erworben.
1922-23 wurde die Dresdener Ziegelei abgebrochen und das Material per Kahn hierher gebracht, der Geldgeber war Hiller, Berlin.
Die Ziegelei wurde erbaut durch Märzdorf, Bethke, und Schlamann. Seit1923 wurde mit Hochdruck gearbeitet, eine Sandwäsche und eine Gebläsekieswäsche erbaut, letztere aber nicht in Betrieb gesetzt, weil das Material fehlte.
Im Oktober 1923 übernahm Fischer die Leitung des Werkes, zwei Jahre darauf kam der Konkurs.
Die schönen Waldungen, im besten Wuchs, wurden verkauft und zum Teil  abgeholzt.
Die Ländereien wurden verkauft (1927).
Das Werk blieb liegen.
1927 im Juni wurde der Betrieb wieder aufgenommen unter Leitung Fischer-Puff.
Im Oktober 1927 brannte das Brennhaus nieder.
Es wurde wieder neue Pressen eingebaut, die Sandwäsche blieb
liegen. Im Jahre 1928 bei dem Besitzer Krukenheimer wurde mit Hochdruck gearbeitet. Die Jahresproduktion betrug 10 Millionen Steine.
Im Jahre 1929 ging das Werk in die Hände des Professors Schilling über. Die Sandwäsche wurde ausgebaut, alles übrige im großen Maßstabe hergerichtet, mit modernen Pressen und Kollergänger, mit einem Kostenaufwand von 75 000 Reichsmark. Die Öfen und Trockenanlagen wurden neugebaut.
In den Jahren1930 bis 1931 wurde das Werk von Fischer gepachtet.
Am 18.Juni 1932 ging das Werk abermals in andere Hände über.
Die bebaute Fläche 3,7375 Hektar und sonstige 52,5031 Hektar, insgesamt also 56,2406 Hektar und 225 Morgen erwarben die Gebrüder Zscharch, Leipzig, welche den Betrieb unter der Bezeichnung Dobiener Ziegelwerke GmbH weiterführen wollen.
Möge ihnen ein guter Stern leuchten im neu erwachten, langersehnten Dritten Reich!
Das Gelände hat in seinen untern Teile drei große Schachtteiche, deren Ufer teilweise mit Schilf bedeckt sind. Diese Teiche sind fast das ganze Jahr hindurch von Wassergeflügel belebt. An der Südseite befindet sich ein schönes Birkenwäldchen.
Schade, daß die leeren Tonschächte nicht aufgeforstet sind. Pappeln auf der Talsohle müßten dort ausgezeichnet wachsen und hochemporstreben. Brombeerhecken, Rosen- und Johannesbeersträucher sind in Mengen vorhanden.
Im Jahre 1890 wurde der Ertrag der Brombeeren auf vierzig Zentner geschätzt, gewiß nicht zu hoch!
Im August jeden Jahres prangt das Gelände im Schmuck des Heidekrautes.
Früher hüteten die Teucheler Hüfner ihre Schafe auf der Löbigke.
Als Entschädigung hatten sie zu Marquardts Zeiten jedes Jahr einen fetten Hammel zu liefern.
Im Jahre 1891, in einem sehr trockenen Sommer, gerieten die Torfschichten zwischen den Teichen und dem Fuchsberg in Brand, aus welcher Ursache, ist nicht bekannt, und dieser Brand konnte auch nicht gelöscht werden, wurde auch nicht angedämmt durch drei schwere Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen.
Namentlich wurden die Einwohner von Dobien öfter durch die weißen, schwefeligen, stinkenden Rauchschwaden des Moorbrandes, der 1 ½  Jahre anhielt, öfter arg belästigt.
Daß in der Nähe des Geländes schon vor Christi Geburt menschliche Ansiedlungen gewesen sind, beweisen die zahlreichen Aschenurnenfunde, ein Meter tief unter der Erde, auf dem Grundstück des Häußlers August Pötzsch.
Von einem eigenartigen Geschick wurde der Kaufmann Theodor Heydrich aus Wittenberg betroffen. Als Jagdpächter des Geländes wollte er eines Tages nach Enten ausspähen und überschritt einen durch den großen Teich aufgeführten Feldbahndamm. Als er an der Seite entlangschritt, gab der Damm, der durch den oberen angestauten Teich gelockert worden war, nach. Heydrich versank in die Tiefe, verlor aber die Geistesgegenwart nicht und wurde durch die Gewalt des Wassers, ehe der Damm ganz durchbrochen wurde, nach oben gehoben.
Schnell faßte er das Schienengleis fest und schwang sich nach oben.
Das schöne Jagdgewehr ging natürlich verloren, der Hund war ein Stück voraus, ihm war nichts geschehen.  
Es soll ausdrücklich betont werden, daß das Betreten des Geländes mit Gefahr verbunden ist, deshalb sei man gewarnt!
Früher befahrene Stecken sind versumpft, zwei bis vier Meter grundlos geworden, und trügerisch mit langen Gras überwuchert.
Das ist namentlich südlich vom Fuchsberges der Fall.
Achtung! besonders bei Schulausflügen.
Wie schon erwähnt, wurde im Jahre 1925 das Gelände verkauft.
Dieses ist, namentlich im Westen an der Chaussee von tüchtigen Landwirten kulturfähig gemacht worden und es ist eine wahre Freude zu sehen, wie sich die Mutter Erde unter sachgemäßer und fleißiger Bearbeitung stets dankbar erweist.

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